Tag der Sachsen: Stadt fehlen fürs Vereinsfest die Vereine

Zum Tag der Sachsen in Aue sollen sich rund 250 Vereine präsentieren. Doch angemeldet haben sich bislang nur 151. Grund ist wohl eine Fehlinformation. Und nun läuft eine wichtige Frist ab.

Aue-Bad Schlema.

Der Tag der Sachsen gilt als das größte Volks- und Vereinsfest in Sachsen. Zur 28. Ausgabe in Riesa wirkten vergangenes Jahr fast 250 Vereine mit. Genauso viele, wenn nicht sogar mehr, sollen es dieses Jahr in Aue-Bad Schlema sein. Doch es gibt ein Problem: "Bis Donnerstag haben sich erst 151 angemeldet", erklärt Stadtsprecherin Jana Hecker.

Zwar ist bis zum Sachsentag noch ein halbes Jahr hin, doch für Vereine drängt die Zeit: Eine wichtige Anmeldefrist endet bereits an diesem Sonntag. Denn nur bis zum 1.März können Vereine, Verbände und Institutionen eine Förderung beantragen, die die Staatskanzlei zum Sachsentag etwa für Fahrtkosten, Verpflegung und Übernachtung gewährt. Mitglieder können damit ihre Auslagen decken. 120.000 Euro stehen zur Verfügung. Doch wer die Frist verpasst, geht leer aus.

Grund für das bislang eher zögerliche Interesse der Vereine ist offenbar eine Fehlinformation. Laut Stadtsprecherin Hecker glauben viele, dass sie von der Förderung ausgeschlossen sind und sich eine Teilnahme nicht leisten können. Das sei aber falsch. "Der Förderverein des Clemens-Winkler-Gymnasiums hat uns darauf gebracht", sagt sie. "Sie dachten erst, sie müssen tausende Euro zahlen, weil sie an einem Stand auch gebrauchte Bücher zu kleinen Preisen verkaufen wollen."

Für Verunsicherung sorgt dabei wohl eine Formulierung, die auch auf der Homepage des Tags der Sachsen zu finden ist. Darin heißt es: "Standgebühren fallen für Vereine keine an. Es sei denn der Verein betätigt sich wirtschaftlich." Ein solcher Verein kommt auch nicht an Fördergelder. Hecker dazu: "Mit wirtschaftlich ist aber nicht gemeint, dass man keine Getränke oder keinen Kuchen verkaufen kann." Entscheidend ist, ob jemand eine Gewinnerzielungsabsicht verfolgt. Das trifft in der Regel beispielsweise auf Gastronomen und Händler zu.

Im Rathaus ist die Nervosität nun groß, ob sich noch eine große Zahl an Vereinen findet. Alle, die die Frist zum 1.März verpassen, dürfen zwar auch danach beim Sachsentag mitmachen, müssen das jedoch auf eigene Rechnung tun. Standkosten fallen aber auch dann in der Regel keine an. Was, wenn die Stadt die 250er-Marke verfehlt? "Dann findet der Tag der Sachsen trotzdem statt. Aber mehr Vereine bedeutet eben mehr Themenvielfalt", sagt Hecker, die die Verunsicherung bedauert. "Wir hatten sogar jemanden, der bei uns angerufen hat und erklärte, sein Verein würde gern mitmachen, ihm fehle jedoch ein passendes Programm zum Thema des Sachsentags ,Herzlich willkommen im Schacht'." Dabei sei das gar nicht nötig.

Die Stadtsprecherin hofft, dass sich in den verbleibenden Tagen noch viele Vereine anmelden und einen Fördergeldantrag ausfüllen. "Wer krank mit Fieber im Bett liegt, kann seinen Verein erst mal nur schnell anmelden und den Antrag später schicken. Die Frist gilt dann als gewahrt." Dass über den 1. März hinaus Geld verteilt wird, ist derzeit eher unwahrscheinlich. Ein Verschieben der Frist habe die Staatskanzlei abgelehnt, sagt Hecker.

Anmelden können sich Interessierte per E-Mail an tds2020@kurort-schlema.de. Mehr Infos gibt es im Internet unter: www.freiepresse.de/tds


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