Tante-Emma-Laden spricht sich in Schneeberg langsam rum

Ein "Fix-Kauf" öffnet im Wohngebiet am Friedensring seit gut zwei Monaten sechs Tage die Woche seine Pforten. Es könnte allerdings besser laufen.

Schneeberg.

Den kleinen Schwatz über lokale Neuigkeiten oder das Wetter gibt es bei Ilona Eigler gratis dazu. Sie ist Inhaberin des Tante-Emma-Ladens im Wohngebiet Friedensring in Schneeberg und begrüßt auch Neukunden freundlich. "Kann ich helfen?", fragt sie also den älteren Herren, der gerade eingetreten ist und sich nach eigenen Worten erst mal umschauen will. Am Ende landen eine Fischkonserve und gefrorene Waldbeeren in seinem Korb.

Es sind hauptsächlich kleine Einkäufe wie dieser, die Ilona Eigler in ihre Kasse tippt. "Und es könnten gern ein paar mehr Kunden sein. Es meckern zwar alle viel über weniger Einkaufsmöglichkeiten. Aber sind welche da, werden sie auch nur sporadisch genutzt", sagt die Schneebergerin, die viele sicher von ihrem Imbiss im Strandbad "Am Filzteich" kennen. Den Stand betreibt sie seit vielen Jahren und griff Ende des vorigen Jahres die Idee auf, den kleinen "Fix-Kauf" im Wohngebiet zu eröffnen, "als der Diska-Markt in der Nähe schloss". Vor allem ältere Bewohner des Friedens- und des Keilbergrings stellte das vor Probleme. "Einmal pro Woche fährt ein Bus zum Supermarkt. Auch ein Laden-Auto hält in der Gegend", sagt Ilona Eigler, die das Einkaufsangebot mit ihrem kleinen Geschäft ergänzen will.

Es gibt so gut wie alles: Vom Müsli über Mineralwasser und Butter bis hin zu Senfgurken und Waschmittel. Kartoffeln, Tomaten und Zwiebeln finden sich ebenso in der Auslage. "Ich bestelle auch auf Wunsch, wenn Kunden eine Marke bevorzugen", sagt Ilona Eigler, die seit gut zwei Monaten montags bis freitags von 9 bis 12 und von 14.30 bis 17 Uhr sowie sonnabends von 8 bis 11 Uhr geöffnet hat. Bisher finden vor allem vormittags die Kunden den Weg zu ihr. "Ich mag ja eher den Trubel", sagt die gelernte Kellnerin, die zudem jedes Jahr zwei Weihnachtsmarktbuden betreibt. "Da und auch am Filzteich ist viel los." Eher gemächlich geht's im Laden zu, in dem einst eine Fleischerei ansässig war und der später fast 15 Jahre lang leer stand. "Wir mussten viel sanieren, haben eine Stange Geld reingesteckt", berichtet Eigler mit Blick auf Wandanstrich, Regale, Kühltruhen und den neuen Fußbodenbelag.

Ein Stück Margarine und ein paar Kleinigkeiten - mehr braucht Ingrid Langer diesmal nicht. Für einen Rundgang durch das kleine Geschäft nimmt sie sich dennoch Zeit. "Es ist wunderbar. Ich habe es nicht weit und komme ungefähr dreimal in der Woche her, sage es auch weiter", erklärt die Seniorin, die hofft, dass der Laden bleibt. "Es ist doch toll, wenn man etwas in der Nähe hat", findet sie.

Auf Schüler, die den Laden nach und nach entdecken, will sich Ilona Eigler noch besser einrichten. "Und vielleicht stellen wir im Frühling ein paar Tische und Stühle raus, an die sich Kunden zum Plauschen setzen können." Aufgeben sei für sie keine Option. "Es wird schon werden", sagt die Inhaberin und begrüßt auch Kunde Nummer 3 an diesem Tag freundlich.


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