Tierschützer befürworten Station für Wildvögel

Verein Stachel & Co sieht Notwendigkeit einer solchen Einrichtung

Affalter.

Der Verein Wildvogelauffangstation Stollberg & Westerzgebirge möchte auf einem etwa 8000 Quadratmeter großen ehemaligen LPG-Areal bei Affalter sein Domizil errichten. Nachdem das Vorhaben im Ortschaftsrat Affalter auf Ablehnung stieß und auch das Landratsamt bislang keine Genehmigung erteilt hat, bekommt der Verein nun Unterstützung von anderen Tierfreunden. Darja Jattke hat sich im Namen des in Lugau ansässigen Vereins Stachel & Co gemeldet.

Sie spricht von großem Unverständnis. Denn die 25 Lugauer Vereinsmitglieder haben sich zwar hauptsächlich dem Erhalt und Betrieb der Igelstation verschrieben, aber daneben auch der Rettung anderer bedrohter Tiere. Und so wisse man, wie viele kranke Wildvögel die Hilfe der Menschen brauchen, sagt Jattke. "Gerade in der letzten Zeit hatten wir sehr viele Anfragen wegen kranker Vögel", sagt sie. Einen Großteil der Tiere ziehe man ehrenamtlich daheim auf. "In Spitzenzeiten hatte ich sechs Mauersegler gleichzeitig", sagt die Gablenzerin. Denn jene Leute, die die Vögel finden, wüssten meist nicht, wohin mit den Tieren. Durch die heißen Sommer der jüngeren Vergangenheit werde der Bedarf immer größer, sagt Jattke. "So eine Station wäre darum sehr wichtig", erklärt sie. Die nächste gebe es erst in Dresden.

Denn oft stoße man an seine Grenzen, zudem verursache die private Aufnahme ja nicht nur Zeit, sondern koste auch Geld. "Die Mauersegler beispielsweise dürfen nur Grillen fressen. Ein Becher kostet 2,50 Euro, da kommen Sie nicht weit", erklärt Jattke.

Außerdem sei auch das Auswildern der wieder gesunden Vögel in einer solchen Station viel einfacher, weil man dafür Volieren in der Natur brauche. Zudem gebe es noch das spezielle Problem der Greifvögel. "Die unterliegen dem Jagdrecht, darum dürfen wir sie als Privatpersonen gar nicht aufnehmen." Trotzdem erreichen den Verein viele Anfragen, beispielsweise wegen verletzter Falken. Auch Mäusebussarde, die durch den Wechsel von Nässe und Kälte durchnässt sind und nicht mehr fliegen können, benötigten menschliche Hilfe. Letztere müssten getrocknet und etwas aufgepäppelt werden - was man privat aber nicht dürfe. (vh)

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