USB-Stick statt Aktenordner übergeben

Die Liga der Wohlfahrtsverbände im Erzgebirge bilden eine Gemeinschaft und sprechen mit einer Stimme. Nur die Rolle des Sprechers wechselt.

Breitenbrunn/Bad Schlema.

Aller zwei Jahre übernimmt ein anderer Wohlfahrtsverband im Erzgebirge die Rolle des Sprechers der Liga. Wurde bislang bei der Übergabe dieser Aufgabe ein Aktenordner überreicht, ist es mittlerweile nur noch ein Stick von etwa vier Zentimetern Länge. Auf diesem sind Dokumente und Protokolle der Arbeitsaufgaben der Jahre 2019/20 gespeichert. Karsten Wilhelm, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt Erzgebirge, hatte bis zum Jahresende 2020 die Sprecherrolle inne. Nun übernahm Rainer Sonntag, Vorstand der Diakonie Aue-Schwarzenberg.

Doch was verbirgt sich hinter der Liga? Es ist der Zusammenschluss von Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie, DRK und Parität, zu der die Volkssolidarität Westerzgebirge gehört. Diese fünf Wohlfahrtsverbände stehen für die Daseinsfürsorge der Menschen in der Region ein, erklärt Karsten Wilhelm. Sie nehmen eine sozialanwaltliche Rolle ein für Menschen, die Rat und Hilfe suchen. Sie arbeiten neben- und keineswegs gegeneinander, stimmen sich ab, bündeln Kräfte, legen gemeinsame Schwerpunkte für Entwicklungen fest. Dies erfolge bei den jährlichen Quartalstreffen. Denn viermal pro Jahr sitzen die Spitzenverbände zusammen und stecken Ziele ab. Sie mischen sich ein und mischen mit, wenn es beispielsweise um die Besetzung des Jugendhilfeausschusses oder den Beirat für Senioren und Behinderte geht. Auch zur Flüchtlingswelle 2015 war ihr Zusammenwirken wichtig und gefragt. Bis heute sind die Ligavertreter auch in Sachen Asyl und Integration tätig.

"Wir übernehmen ja auch Pflichtaufgaben der Kommunen, indem wir Träger von Kindereinrichtungen sind", so Wilhelm. Zu den Schwerpunkten ihrer Arbeit gehören die vielfältigen Beratungsangebote wie beispielsweise Schuldner- oder Familienberatung, Bevölkerungsschutz und Rettung sowie Selbsthilfe und Ehrenamt. Es gebe einen aktiven und regelmäßigen Austausch mit dem Kreisjugendring. Die Wohlfahrtsverbände sind somit für alle Altersgruppen der Bevölkerung wichtig: Vom Krippenkind über Angebote für Jugendliche und Familien bis zu den Bewohnern der Altenpflegeheime.

Nicht zu vergessen sei, dass die Liga selbst mit aktuell 6430 hauptamtlichen Beschäftigen einen der größten Arbeitgeber im Erzgebirge verkörpert. Davon entfallen allein 3000 Mitarbeiter auf die Diakonie. Hinzu kommen weitere 3000 ehrenamtliche Helfer, die sich mit ihrem Engagement fürs Gemeinwohl stark machen und die vielfältigen Aufgaben schultern. Bis 2023 wird also die Diakonie für die Liga sprechen.

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