Warum Erzgebirger auf SUVs abfahren

Sie sind auffällig, sie sind nicht unumstritten - und es werden immer mehr. Noch nie waren auf deutschen Straßen so vieleSUVs unterwegs wie heute. Und der Erzgebirgskreis ist bundesweit ganz vorn unterwegs.

Aue/Schwarzenberg.

Das Wochenende steht vor der Tür und der Parkplatz am Stollberge Kaufland ist gut gefüllt. Neben den vielen "normalen" Autos stehen auch zahlreiche Sport Utility Vehicle - eingedeutscht Sportgeländewagen und besser bekannt unter der Abkürzung SUV. Hinter einem dieser SUV steht Wolfgang Dittmann und entlädt seinen Kofferraum. "Durch die Höhe des Fahrzeuges geht das viel leichter", erklärt der 76-Jährige. Und auch das Einsteigen in sein Auto falle ihm leichter, seitdem er es mit den Bandscheiben habe. "Daher habe ich mich vor allem aus gesundheitlichen Gründen für ein SUV entschieden", sagt er.

Doch es gibt nicht nur die gesundheitlichen Aspekte, die für ein Auto sprechen, dass höher als ein normaler Pkw ist. "Ich brauche ein geländegängiges Fahrzeug, wenn ich meine Baustellen erreichen muss", erläutert Wolfgang Jahn. Der Kranführer schätzt zudem den geräumigen Innenraum. "Für mich kommt nur noch ein SUV infrage", sagt der Stollberger. So wie er sehen es offenbar viele Erzgebirger. Der SUV erfreut sich in der Region steigender Beliebtheit. Das zeigt auch die Anzahl der Zulassungen. In einer bundesweiten Rangliste von 400 Landkreisen und kreisfreien Städten kommt der Erzgebirgskreis auf Platz 18. Der Anteil der SUV beträgt 16,33 Prozent aller Fahrzeuge. Diese Zahlen des Kraftfahrzeug-Bundesamtes, hat der Zeitungsdienst Südwest veröffentlich. Im August kauften die Deutschen laut Kraftfahrtbundesamt erstmals mehr SUVs als jede andere Fahrzeugkategorie: 22 Prozent aller Neuzulassungen fielen in dieses Segment.

Wobei das Kraftfahrtbundesamt die SUV und die Geländewagen unterscheidet. SUV sind per Definition Pkw-Modelle mit Offroad-Charakter, wenn sie kein Allrad und keine Differenzialsperre haben, die das Durchdrehen der Räder im Gelände verhindert, und eine bestimmte Bodenfreiheit unterschritten wird. "Die meisten SUV, 70 oder 80 Prozent, sind Mittelklassefahrzeuge, sind Kompaktfahrzeuge, sind Kleinwagengrößenfahrzeuge", sagt der Autoexperte der Uni Duisburg-Essen, Ferdinand Dudenhöffer.

Aber was sind die Vorteile des SUV? "Ich schätze besonders die Geräumigkeit und, dass ich das Fahrzeug sehr leicht be- und entladen kann", sagt der Geschäftsführer des Hotels Blauer Engel in Aue, Benjamin Unger. Er nutzt seinen SUV vor allem beruflich. "Für das Catering brauche ich einfach einen großen Laderaum." Und auch einen gesundheitlichen Aspekt gebe es. "Als Koch wird mein Rücken ohnehin viel beansprucht. Da ist es angenehm in einem Auto zu sitzen, das den Rücken entlastet", erläutert der 40-Jährige.

Die vielen Vorteile der SUV kann Maik Genenncher bestätigen. Der Erzgebirger ist Verkäufer bei der Ratio Mobil Autohandel und Service GmbH mit Sitz in Gornau und Außenstellen im Erzgebirge. Er hat gleichfalls festgestellt, dass die Nachfrage nach SUV in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist. "Vor allem die erhöhte Sitzposition wird geschätzt. Damit steigt die Übersichtlichkeit und somit das Sicherheitsgefühl", sagt er. Zu den Interessenten zählten jedoch nicht nur ältere Autofahrer, sondern auch jüngere. "Viele schätzen auch den größeren Kofferraum, den sie für eine aktive Freizeitgestaltung benötigen", weiß Maik Genenncher. Die meisten SUVs wären dabei trotzdem kompakt. Und das Vorurteil, dass die Sportgeländewagen automatisch schlechter für die Umwelt sind, kann er auch nicht bestätigen. "Die neuen Modelle haben moderne, kraftstoffsparende Motoren, das merkt man deutlich im Verbrauch." Und auch ein Blick in die digitale Ausgabe der Zeitschrift "Auto Bild" bestätigt dies: Vom sparsamen Modell bis zum Mega-Spritschlucker gibt der Markt alles her. So hat die Fachredaktion Ende März unter der Überschrift "Diese SUVs geizen mit Sprit" die 25 Modelle mit dem niedrigsten Spritverbrauch vorgestellt. Sie beruft sich dabei auf Testwerte, nicht auf Herstellerangaben. Das Resümee: Rund fünf Liter Verbrauch auf 100 Kilometern seien möglich.

Nicht nur deshalb sind sie für Hans-Jörg Renatus vom gleichnamigen Autohaus in Aue-Alberoda derzeit die angesagtesten Autos: "Bei den SUV bieten die Autohersteller aufgrund der gestiegenen Nachfrage die größte Auswahl." Einen typischen SUV-Kunden dagegen gebe es nicht. In den verschiedenen Kategorien findet jeder seine Größe. "Und die meisten sind Wiederholungstäter", sagt er. Sie blieben dem SUV treu. Dies könne auch daran liegen, dass die Erzgebirger Autos schätzen, mit denen sie gut durch schneereiche Winter kommen.

20Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    0
    gelöschter Nutzer
    25.09.2019

    Jetzt geht's los. Das Wort mit A. Meine natürlich @Hinterfagt. Danke.

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    0
    gelöschter Nutzer
    25.09.2019

    @Einspruch danke für den Hinweis.
    Werde ich machen.

  • 1
    0
    Hinterfragt
    25.09.2019

    @Täglichleser; ich hatte das seinerzeit über das Servicecenter anpassen lassen.
    Ging eigentlich ganz reibungslos.
    Digital zu Print und wieder zu Digital.

  • 1
    0
    gelöschter Nutzer
    25.09.2019

    @Hinterfragt so einfach ist es für mich nicht mit dem Ausloggen. Hatte mich vor Jahren mit der Printausgabe hier unter Täglichleser angemeldet. Dann die Umwandlung in nur Digital-Abo. Und dort
    hat er meinen Täglichleser nicht mehr angenommen und einen neuen Namen verlangt. Bin noch nicht ganz dahinter gekommen nur das Echo erschallen zu lassen.

  • 0
    0
    Hinterfragt
    25.09.2019

    @Täglichleser, was ist am ausloggen so schwer?

  • 3
    0
    Zeitungss
    25.09.2019

    @Täglichleser: Noch bin ich in der Lage , den Verbrauch und die Fahrleistung beider Fahrzeuge zu berechnen und zwar auf Vergleichsstrecken und auch über längere Zeit. Über die Energiedichte von Benzin und Diesel müssen wir uns auch nicht unterhalten, aber möglicherweise über den C02-Ausstoß bei beiden Antriebsarten. Abgerechnet wird an der Tanke und die lügt nicht im Gegensatz zum Autohersteller.

  • 0
    2
    gelöschter Nutzer
    25.09.2019

    @Hinterfragt hab das schon erklärt, wie das passiert ist. Ist halt noch hinterlegt
    der Täglichleser.

  • 1
    0
    Hinterfragt
    25.09.2019

    Nun schon wieder ein Versehen Täglichleser aka Echo1?!?

  • 2
    4
    gelöschter Nutzer
    25.09.2019

    @Zeitungsleser, wenn das wirklich so ist,
    wie Sie sagen. Dann bauen entweder VW &Co in die kleineren Autos die letzte Technik ein und bei den SUVs passiert das
    Gegenteil. Oder die Autobauer täuschen weiter. Was sie schon immer machen.
    Auf eine Displayanzeige würde ich nicht verlassen. Dann mal selbst den Spritverbrauch ausrechnen. Diesel und
    Benzin trennen. Die Physik steht aber fest,
    schwerere Körper sind träger, brauchen mehr Energie, um bewegt zu werden.
    Ziehen Sie Ihre Schlussfolgerungen.

  • 4
    1
    Zeitungss
    25.09.2019

    @Echo1: Ganz auf dem Laufenden sind Sie nicht, was die Verbräuche betrifft, oder? Ich lade Sie gerne zu einer Vergleichsfahrt ein. Zur Auswahl steht ein Stadtpanzer 2,0 TDI und ein Stadtflitzer 1,0 Benziner, lassen Sie sich überraschen. Die Bordrechner werden Sie überzeugen, wenn nicht, weitere Hilfsmittel wie Taschenrechner usw. sind zugelassen.
    @Nixnuzz: Ja, die Frage ist nur, warum macht es keiner? A+++ wird wohl kein Fahrzeug bekommen, auch wenn sie noch so klein sind und man glaubt, etwas Gutes getan zu haben.

  • 6
    0
    Nixnuzz
    24.09.2019

    Heute im TV, Interview mit SPD-Umwelt-Schulz: Spritverbrauch nahezu gleichgeblieben bei wesentlicher Fahrzeugzunahme. Also irgendwas muss da zugunsten des Spritverbrauchs trotz erhöhter Motorleistung geschehen sein? Parallel dazu dürften die Sicherheitskarosserien mittlerweile das 1,5-fache des Ursprungsmodells ausmachen..Ich würde es in diesem Zusammenhang mehr als begrüßen, wenn unsere Automobilclubs mal eine Verbrauchsaufstellung über die Jahrzehnte bei üblichen "Volksautos" vorliegen würde - inklusive Motorleistung und Leergewicht. Oder mal von einer Auto-Fachzeitung eine Auswertung ihrer Jahrzehnte-alten Archiv-Test-Werte zu erhalten.

  • 3
    6
    Echo1
    24.09.2019

    @Quatschkopf treffender Beitrag. Muss nicht relativiert werden. Nur eingefleischte
    Gegner des Kampfes gegen den Klimawandel können für ungehinderte
    Fahrt für freie Bürger sein. SIe wollen hier
    ernsthaft sagen, kleine Autos höherer
    Spritverbrauch, größere Autos hervorragende Ökobilanz, weniger Verbrauch. Und die Akzelleration mit den
    größeren Menschen sollte beachtet werden!? Für Parkplätze und Autos.

  • 5
    0
    Nixnuzz
    24.09.2019

    Der bis 2003 produzierte 1200 Käfer hatte diese Ausmaße: Länge: 4070–4140 mm / Breite: 1540–1585 mm / Höhe: 1500 mm . Bei den damaligen Stellplatzvorgaben :"Einstellplatz mindestens 5 m lang und mindestens 2,30 m breit" war genügend Bewegungsspielraum, intelligent aus einem Käfer auszusteigen. Ab welcher Golf-Variante z.B. dieser Spielraum den gewachsenen Insassen geopfert wurde - keine Ahnung. Und ob allein die Fahrzeuglänge verdammenswert ist, erscheint mir zu überzogen. Aber es scheint genauso angebracht zu sein, sich der gewachsenen Körpergröße anzunehmen und die damit folgenden Fahrzeuggrößen bei der "Verparkung" einzuplanen. Sind wirklich nur die SUV's übergroß oder fallen die nur dadurch auf, das z.B. der gute alte 500er Fiat oder der Janus aus dem Verkehr entschwunden sind? Na gut: Länge: 3555–3560 mm / Breite: 1504–1510 mm / Höhe: 1437 mm waren ja die Standartmaße der sehr seltenen Plastebomber - ein allzeit beliebtes Raumwunder bei o.g. Stellplätzen.

  • 5
    0
    Zeitungss
    24.09.2019

    @Nixnuzz: Danke für Ihren Beitrag, so sollte es sein. Meine gestrige "Spritze" galt eher der Nutzung der vorhandenen Kapazitäten. Es ist nun einmal so, dass die kleinsten Vehikel inzwischen 2 Parkbuchten brauchen, weil der Fahrzeugführer die aufgezeichnete Markierung ignoriert. Beim 2Türer braucht man auch entsprechenden Platz um das Fahrzeug verlassen zu können.
    @9943...: Ihre Ansichten haben etwas Gutes, wir leben allerdings im Autoland. Was die Autoreisezüge angeht, die DB hat daran kein Interesse, es rechnet sich nicht. Die verbleibenden Linien betreibt heute die ÖBB mit eigenen Fuhrpark auch in Deutschland. Wie die das hinbekommen, wird ein Geheimnis bleiben, der Vorstand der ÖBB ist aber in jeder Hinsicht zukunftsorientierter und beweglicher, wie der der DB. Dort faselt man inzwischen vom neuen Hauptbahnhof in Frankfurt / Main, also dem nächsten Millionengrab. Für wirkliche Bedürfnisse hat keiner mehr Gespür.

  • 12
    1
    994374
    24.09.2019

    Die meisten „SUV“s sind doch keine richtigen Geländewagen. Als „Hausfrauenpanzer“ werden sie gern verspottet und als „Angeberobjekt“ zunehmend ungeeignet. Sie sind aber einfach „ergonomischer“.
    Ein Kombi (Golf, Passat, Skoda…) hat jedoch oft mehr Ladevolumen!
    Der Kilometerverbrauch ist auch nicht drastisch höher.

    PKW allgemein sind auf der „letzten Meile“ jedoch unverzichtbar, will man nicht auf das Vorkriegsniveau zurückfallen.

    Warum nimmt man sich nicht den Überseeverkehr für den Landverkehr zum Vorbild. Dort werden große Gütermengen günstig transportiert und anschließend auf kleinere Transportmittel (Bahn und LKW) verteilt.

    Vergleichbar könnte es auf dem Land gehen: LKW (Kurz/Mittelstrecke) >> Bahn (für Langstrecke) >> LKW (Kurz/Mittelstrecke).

    Das würde viel zielführender sein, als jeden PKW-Individualreisenden zu bestrafen!

    Und warum gibt es kaum noch Autoreisezüge???

  • 7
    0
    Nixnuzz
    23.09.2019

    Beim Suchen nach Parkplatzvorgaben fand ich diese "Arbeit!": ..(Auszüge!)
    02 Öffentlich-rechtliche Anforderungen an Stellplätze:
    Nach den Vorgaben der Garagenverordnungen der Länder(1) gelten für die Größe von Stellplätzen die folgenden Vorgaben: Grundsätzlich muss ein Einstellplatz mindestens 5 m lang und mindestens 2,30 m breit sein (hier folgen weitere Platzverbreiterungsvorgaben!)
    03 Tatsächliche PKW-Breiten
    Jedoch handelt es sich dabei eben nur um Mindestanforderungen. Wird auf dieser Grundlage geplant, wird man den tatsächlichen Entwicklungen in der Automobilbranche häufig nicht gerecht: Zahlreiche PKW der Mittel- und Oberklasse erreichen jedenfalls unter Berücksichtigung der Außenspiegel schon für sich genommen annähernd das Maß von 2,30 m.(hier folgt eine Tabelle mit Daten - leider nur mittel- und hochklasse Pkw)..)
    (https://web.archive.org/web/20151023073231/http://www.idealpark.it/files/magazine/magazine_0033_PL24012007.pdf)
    Es werden weiter Skizzen zur Türöffnung zwecks Ausstiegs gezeigt, bei denen ich/man vielleicht vorab den Notausstiegsmechanismus der Heck- oder Kofferraumklappe von innen kennen sollte....Bei der Wandstärke der heutigen Türkonstruktionen wird meiner Meinung nach diese in keinsterweise bei der Stellplatzbreite und Ausstieg berücksichtigt.

  • 22
    1
    quatschkopf
    23.09.2019

    Natürlich glaube ich ihnen das. Mein Auto mit 150 PS verbraucht auch weniger als ein anderer Kleinwagen in der Familie. Darum ging es mir doch nicht. Aber wenn sollte man doch Vorteile UND Nachteile nennen. Dann liegt die Entscheidung bei jedem selbst.
    Klar sind weniger die SUVs allein das Problem als insgesamt zu viele Autos in denen meist nur eine Person sitzt.

  • 19
    4
    Zeitungss
    23.09.2019

    Vom SUV mag jeder halten was er will. Wenn es um Parkplatzprobleme geht, sollte man das etwas näher betrachten. Wer genau hinsieht, heute braucht das kleinste Vehikel schon einmal anderthalb Parkbuchten und die Nachbarbereiche zum Ein- und Aussteigen. Wer die Augen auf hat wird diese Situation kennen.
    @quatschkopf.: Ich fahre einen 2.,0 TDI und einen 1,0 Benziner , Sie werden es nicht glauben, der Benziner ist ein spritschluckendes Vehikel und steht im krassen Missverhältnis zum Nutzen. Das lauteste Geräusch bei flotter Fahrt ist er Strudel im Tank. Dementsprechend ist auch der Co2-Austoß, auch wenn es nicht sein soll. Ich würde sagen, die Co2-Bilanz des TDI lässt sich mit dem Benzinvehikel nicht unterbieten, außer man fährt nicht damit.

  • 29
    13
    Lesemuffel
    23.09.2019

    Es soll doch jeder den PKW fahren, den er für sich vorteilhaft erkennt und den er sich leisten kann. Die von der Politik und bestimmten Medien losgetragene Debatte ist so überflüssig wie ein Kropf, sie ermuntert ausserdem bestimmte Spezies SUV's zu beschädigen. So, wie man die gesamte deutsche Automobilindustrie beschädigt.

  • 21
    21
    quatschkopf
    23.09.2019

    Die Lobbygruppe SUV bedankt sich herzlich für die wohlwollende Erwähnung und die positive Hervorhebung der Vorteile von SUVs. Die vereinbarte Summe wird in den nächsten Tagen auf ihrem Konto eingehen.

    Sorry aber der Artikel ist pure Werbung. Da blitzt nicht mal ein kritischer Gedanke an Horizont auf. Ein journalistisches Niveau ist nicht mehr erkennbar.
    Und morgen bitte was über die Vorteile niedriger Löhne, Kinderarbeit in Asien und privater Altersvorsorge für HartzIV Empfänger. Bitte, gerne.



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