Was Kleingärtnern fehlt: Geselligkeit und der Baumarkt

Arbeitseinsätze oder gemeinsames Grillen - das ist in den Anlagen derzeit tabu. Trotz allem sind die Laubenpieper privilegiert.

Schwarzenberg.

Die Sonne schickt am Samstagvormittag wärmende Strahlen. In der Kleingartenanlage "Rote Mühle" in Schwarzenberg herrscht emsiges Treiben. Überall wird Unkraut gezupft, gesät und gepflanzt. Nur die Hauptwege sind durch Gartenzäune abgetrennt. Zwischen den einzelnen Parzellen steht maximal eine niedrige Hecke. Oft macht nur die unterschiedliche Anlage des Kleingartens und der Beete klar, dass es sich um zwei verschiedene Parzellen handelt. Die Obstbäume stehen zum Teil schon in voller Blüte. Es ist ein besonderes Idyll. Der Aufenthalt im Kleingarten war zu jeder Zeit erlaubt. Allerdings dürfen sich auch Kleingärtner nicht gegenseitig in ihren Parzellen besuchen, darf es keine geselligen Grillabende oder Kaffeetafeln geben.

"Kleingärtner sind in diesen Corona-Zeiten damit privilegiert", sagt Frank Weihrauch, der Vorsitzende des Verbandes Kleingärtner Schwarzenberg, der im Stadtgebiet 19 Gartensparten zählt. Dieses Privileg liege aber in der Natur der Dinge und sei letztendlich sogar im Bundeskleingartengesetz verankert. "Denn Kleingärtner sind zum Anbau verpflichtet", so Weihrauch. Und wer im Herbst etwas ernten will, der muss im Frühjahr säen.

Auch der Vereinsvorsitzende der Kleingartensparte "Rote Mühle", Andreas Jandke, sieht das so. Er lobt seine Mitglieder: "Alle halten sich daran, bleiben in ihrem eigenen Garten, Arbeitseinsätze gibt es aufgrund der aktuellen Situation nicht", so Jandke. Auch Weihrauch habe noch nichts von Verstößen gegen die Regeln im Bereich der Kleingärtner gehört. In seiner eigenen Anlage am Bärenackerweg habe er mehrfach gesehen, dass es nur Gespräche über den Gartenzaun mit gebührendem Abstand gibt. Es ist bekannt, dass die Polizei sehr wohl das Treiben in den Anlagen beobachtet.

Eine ganz andere Sache aber machte den Kleingärtnern zu schaffen. "Dass die Baumärkte geschlossen waren, ist nicht gut für uns gewesen", sagt Jandke. Bauvorhaben mussten warten und Pflanzen konnten nicht gekauft werden. Unter den Kleingärtnern mache sich eine große Erleichterung breit, dass das ab heute wieder anders ist.

Ein weiteres Problem: In etlichen Sparten waren im März und April die Jahreshauptversammlungen geplant. "Wir hätten beispielsweise neu gewählt", so Andrea Grunert, Stellvertreterin in der "Roten Mühle". Doch Frank Weihrauch weiß, dass dies in den meisten Fällen unkompliziert zu lösen ist, weil die Satzungen kein bestimmtes Datum vorschreiben. Insgeheim hoffen alle, dass sich die Lage recht bald normalisiert. Denn eines fehlt am Ende doch in jeder Sparte: die Geselligkeit.

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