Wunsch nach Neubau geht in Erfüllung

Das 70 Jahre alte Domizil der Ortswehr Alberoda ist nicht mehr sanierbar. Umzug oder Neubau? Die Suche nach einer Lösung zog sich lange hin.

Alberoda.

Ein bisschen Geduld ist schon noch gefragt. Aber obwohl der Wunsch nach einem neuen Gerätehaus in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr Alberoda schon seit 2015 schwelt: Für die nun anvisierte Lösung dürften die Kameraden Feuer und Flamme sein. Statt eines Umzugs soll es einen Neubau geben.

Davon geht aktuell auch der Oberbürgermeister von Aue-Bad Schlema, Heinrich Kohl (CDU), aus. In Absprache mit dem Ortswehr- und dem Auer Stadtwehrleiter, die sich beide nicht selbst äußern wollen, lässt er den Entwicklungsprozess Revue passieren. Eine Alternative für das 1949 erbaute und in die Jahre gekommene Depot an der ehemaligen Schule und heutigen Kita des Auer Ortsteils schien anfangs rasch gefunden: Das Technische Hilfswerk mit Sitz im Gewerbegebiet Alberoda will sich räumlich vergrößern. Daher würden Räume samt Büro- und Sanitärtrakt sowie Fahrzeughallen frei. Da lag es nahe, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, auch um den Leerstand des bisherigen THW-Gebäudes zu verhindern.


"Doch die Lage wurde nicht von allen Kameraden als optimal gesehen", sagt Kohl. Zu weit außerhalb. Trotz einiger Veränderungen und Sanierungen wäre das THW-Domizil durchaus eine Variante gewesen - auch aufgrund der günstigen Anschaffungskosten im Vergleich zu einem Neubau. Das Gesparte hätte bei entsprechender Förderung sogar für ein oder zwei neue Feuerwehrfahrzeuge - auch für Alberoda - gereicht. Aber die THW-Idee ist vom Tisch.

Im vergangenen Jahr untersuchte ein Planungsbüro die Möglichkeiten - verglich auch Nachnutzung mit Neubau und empfahl Letzteren. "Mitentscheidend, vom Umzug abzurücken, war die Aussage des Ortsbeauftragten des THW", berichtet Kohl. Dieser habe mitgeteilt, dass sich der Auszug verzögere, weil der THW-Neubau von Kostensteigerungen und höheren Anforderungen mit Blick auf die Umweltnachhaltigkeit bei neuen Bundesbauten abhängt. "Und der Ortsfeuerwehr Alberoda soll ein weiteres, jahrelanges Warten nicht zugemutet werden", sagt der Oberbürgermeister. Daher werde nun der Neubau forciert. Laut Stadtchef könnten die Planungen dieses Jahr beginnen. "Und das Gebäude vielleicht 2021 fertiggestellt sein." Schneller sei es keinesfalls machbar. Dass ein neues Domizil her muss, bezweifle keiner. Der Erhalt der Ortswehr an sich steht ebenso außer Frage, sonst wären einige Ortsteile nicht mehr innerhalb der gesetzlichen Hilfsfrist zu erreichen.

Die aktuellen Bedingungen seien generell nicht gut, findet Kohl. Die gegenwärtig 21 Alberodaer Kameraden nutzen Aufenthaltsräume, Duschen und Toiletten der ehemaligen Schule. Neben der schlechten Bausubstanz entspricht das Depot nicht mehr den Vorgaben der Unfallkasse. Feuchtigkeit beschädigt die Technik und die Einsatzkleidung. Insgesamt lohne sich eine Sanierung einfach nicht. "Hinzu kommt der Platzbedarf der Kita, der aufgrund der Doppelnutzung nicht gedeckt werden kann."

Auf dem Wunschzettel für einen Neubau ganz oben: eine Lage im Dorf. Dem soll bei der Suche nach einem Grundstück nach Möglichkeit Rechnung getragen werden, so Kohl. Platz finden müssen der 2017 neu angeschaffte Mannschaftstransportwagen und ein Tragkraftspritzenfahrzeug des Baujahrs 2006. Kohl: "Die Ortsfeuerwehr Alberoda ist fester Bestandteil der Feuerwehr Aue, jetzt Aue-Bad Schlema. Sie hat gerade im Hinblick auf die positive Personalentwicklung der vergangenen vier Jahre Zukunftschancen." Das neue Gebäude werde mit zwei Stellplätzen, Aufenthalts- und Schulungsraum, Sanitärbereich sowie Lagerfläche geplant. "Ein Zweckbau, der es der Ortsfeuerwehr ermöglichen soll, ihre Aufgaben optimal zu erfüllen." Das Warten scheint also am längsten gedauert zu haben.

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