Zeitschrift "Feinschmecker" zählt Auer Fleischerei zu Deutschlands besten Metzgereien

Zum dritten Mal listet die Zeitschrift die Auer Fleischerei unter den 500 besten Metzgern Deutschlands. Ein Erfolg, den sich das Team um Christin Popella mit Ideen verdient hat - und mit Achtung vor dem Schlachttier.

Aue.

Dreimal in Folge Fußball-Champion zu werden, ist schwer. Es dreimal in Folge bei der Gourmet-Zeitschrift "Der Feinschmecker" zum Sachsensieger unter den Fleischereien zu schaffen, offenbar auch. Christin Popella (33) jedenfalls sagt, dass sie noch immer baff ist. "Als die E-Mail kam, habe ich zuerst geglaubt, es handele sich bloß um Werbung. Dann dachte ich: Das können die doch gar nicht machen."

Nach 2010 und 2015 zählt der "Feinschmecker" den Familienbetrieb Genusshandwerk Popella erneut zu den 500 besten Metzgereien in Deutschland. Mehr noch: ebenfalls zum dritten Mal in Folge sind die Auer innerhalb dieser Bestenliste zum Sieger in Sachsen erklärt worden. Hinter Popella stehen diesmal 14 weitere sächsische Fleischereien in der Liste, darunter Betriebe aus Zwickau, Werdau, Neuhausen, Lauschgrün und Chemnitz.


Die Testesser des "Feinschmeckers" waren also nicht nur in den großen Städten unterwegs, sondern auch auf dem Land. Albert Kersten Wetenkamp, Ressortleiter beim "Feinschmecker", sagt, dass die Sachsen-Mitarbeiterin der Zeitschrift Popella zum Sieger gekürt habe. Zuvor habe man die Leser aufgerufen, den Metzger ihres Vertrauens zu nominieren. Auch da sei Popella mehrfach genannt worden. "Der Grund für die Auszeichnung war letztlich, dass die Fleischerei ausschließlich Qualitätsfleisch aus der Region verarbeitet", sagt Wetenkamp. "Sie hat innovative und originelle Produkte im Sortiment und verfügt über erstklassige Servicemitarbeiter."

Christin Popella, die im Familienbetrieb ihrer Eltern großgeworden ist und das Geschäft zum 1. Januar als Inhaberin übernommen hat, bekommt in diesen Tagen immer wieder Glückwünsche von Kunden, die schon von der Auszeichnung wissen. "Es gibt in unserer Region auch andere Betriebe, die es verdient hätten", sagt sie. "Ich will eigentlich gar nicht so im Vordergrund stehen, aber wenn man die große Deutschlandkarte im ,Feinschmecker' sieht und dort unser kleines Aue hervorgehoben ist, das ist ein Traum."

Ihr Fleisch beziehen die Auer von Bauern, die nicht auf Massentierhaltung setzen. Ob Hühner, Schweine oder Rinder, sie wisse, dass die Tiere bis zur Schlachtung ein gutes Leben hatten, sagt Christin Popella. "Man sollte Achtung vor dem Tier haben, das für uns stirbt. Artgerechte Haltung schmeckt man auf dem Teller. Wenn das Schnitzel in der Panne schrumpft oder ein ganzes Huhn nur fünf Euro kostet, dann kann die Haltung nicht artgerecht gewesen sein. Sie war billig."

Zur aktuellen Fleischpreisdebatte hat sie eine klare Meinung: "Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von sieben auf 19 Prozent ändert nichts. Man muss die artgerechte Haltung von Tieren per Gesetz durchsetzen."

Das Fleisch ihrer Zulieferer verarbeiten die acht Mitarbeiter von Genusshandwerk Popella nicht nur zu herkömmlichen Würsten. Sie überraschen immer wieder mit originellen Kreationen. Popellas Wurststollen ist in vieler Munde. Wer ihn noch nicht gekostet hat, redet zumindest darüber. Im Bereich Partyservice denken sich Christin Popella und ihr Lebensgefährte Rico Klötzer (42) ständig Neues aus. Jede Feierlichkeit erhalte ein themenbezogenes Speisenangebot, sagt Popella. Das kann auch mal eine Hochzeitstorte aus Fleischpastete sein. Für den Tag der Sachsen 2020 in Aue hat die Fleischerei einen Schachtschinken entwickelt: Außen schwarz wie das Gesicht eines Bergmanns nach der Schicht, innen mit dem Aroma erzgebirgischer Tannen verfeinert.

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