Zschorlau help: Kenia-Hilfe jetzt im Verein

Beate Förster aus Zschorlau startet wieder zu einem Hilfsprojekt nach Kenia. Dort wird sie in einer Schule arbeiten. Mit privaten Mitteln und Spenden von Freunden unterstützt sie die Leute vor Ort seit Jahren.

Zschorlau.

Beate Förster sitzt auf gepackten Koffern. In einem davon finden sich Stifte, Farben, Pinsel, Bastelutensilien, Malbücher und kleine Musikinstrumente. Gedacht ist das alles für eine Schule in Kenia, die die Zschorlauerin seit Jahren unterstützt. Am 29. August wird sie für einen zweimonatigen Hilfseinsatz wieder nach Afrika fliegen.

Die Liebe zu Kenia haben Beate und René Förster entdeckt, als sie dort vor Jahren Urlaub machten. Für sie brachten die Tage in Afrika aber nicht nur Strand, Sonne und Exotik, sondern auch die Erfahrung, wie die Menschen dort leben. Denn sie hatten die Bekanntschaft mit einem jungen Kenianer gemacht, der sie mit in sein Heimatdorf nahm. Försters erlebten dort, wie schwer es die Einheimischen haben, den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien zu verdienen. Bei Kim, so nennen Försters den jungen Mann, der eigentlich Kassim heißt, spürten sie bald den Willen, dass er selbst etwas unternehmen will, um die Lage seiner Familie zu verbessern. Und so entstand das Kenia-Projekt der Försters. Unterstützt von vielen Freunden, konnten sie Jahr für Jahr Spenden sammeln.

Um die aktuellen und künftigen Projekte vor allem im finanziellen Sinn auf solide Füße zu stellen, haben die Försters und einige Freunde jetzt den Verein "Zschorlau help" gegründet. Vorsitzender ist René Förster, zur Zeit hat der Verein elf Mitglieder. "Wir haben Ideen und Visionen, was wir in Afrika noch mehr machen könnten, da war der nächste notwendige Schritt die Gründung des Vereins", erklärt René Förster. Über den Verein und mit einem Partnerreisebüro wurde für Februar 2019 eine Reise nach Kenia für die Mitglieder und Interessierte organisiert. "Wer mit uns fährt, ist sofort in Afrika und profitiert von unseren Erfahrungen, die wir vor Ort gesammelt haben", sagt René Förster. Neben dem normalen Urlaub sind für die Mitreisenden individuelle Kontakte mit der einheimischen Bevölkerung geplant. Weil die Reise beizeiten ausgebucht war, spielen die Försters schon mit dem Gedanken, sie zu wiederholen. Die Zschorlauer wollen den Mitreisenden nahe bringe, welche Projekte sie in Kenia unterstützen. Neben dem Waisenhaus, in dem Beate Förster für drei Monate gearbeitet hat, ist das die Schule für aktuell 80 Kinder und die Hilfe für Kim und seine Familie, von der mittlerweile das ganze Dorf profitiert. Den Brunnen, den Kim gebaut hat, um seinen Gemüsegarten mit Wasser versorgen zu können, nutzen zum Beispiel alle Dorfbewohner.

"Kim und die Lehrerin Margret Odera halten uns immer auf dem Laufenden, wie die Situation vor Ort ist und was mit den Spenden aus Deutschland angestellt wird. Es funktioniert, und wir können mit gutem Gewissen investieren, weil es nach vorn geht", erklärt Beate Förster. Sie und ihr Mann sind Mitglieder der Landeskirchlichen Gemeinschaft, sie wissen sich einig im Glauben mit den Kenianern. "Ich bete dafür, dass mir der Herr die richtigen Gedanken gibt, wo und wie wir in Afrika helfen sollen", sagt die 51-Jährige. Besonders gefällt ihr, dass die christliche Schule in Ukunda auch muslimische Kinder besuchen. Sie findet es "beispielhaft, wie man sich gegenseitig respektiert".

Das Interesse unter den Leuten in Zschorlau und Umgebung an dem, was Försters tun, ist groß. Auch das sei ein Grund gewesen, den Verein zu gründen. Auf seiner neu gestalteten Homepage kann man alles über die Projekte nachlesen. Über viele spontane Spenden konnten sich die beiden zum Open-Air-Gottesdienst in Zschorlau freuen. Beate Förster ist zudem der Diakonie Aue/Schwarzenberg dankbar, wo sie stundenweise arbeitet. "Ich habe meine Projekte im Vorstand vorgestellt, dort schätzt man das als gute Arbeit und unterstützt mich", erklärt die 51-Jährige. Sie wird nicht nur für die zwei Monate freigestellt, sondern bekommt für einen Monat auch den Grundlohn gezahlt.

www.zschorlau.help.de

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