Zschorlauer will Tempo 30 vorm Haus

Das Ortsausgangsschild vor Augen, geben Autofahrer auf der Neustädtler Straße noch mal richtig Gas. Ein Anwohner möchte, dass sich das ändert. Dabei spielt auch das tragische Schicksal seines Hundes eine Rolle.

Zschorlau.

Ulrich Richters Wohnhaus an der Neustädtler Straße in Zschorlau ist etwa 30 Meter vom Ortsausgang Richtung Schneeberg-Neustädtel entfernt. Das scheint Fahrzeugführer zu animieren, das Gaspedal noch mal richtig durchzutreten. "Ich glaube, manch einer ist hier schon mit 100 km/h lang gebrettert", sagt der Zschorlauer.

Er wohnt seit zwölf Jahren in dem Haus an der Neustädtler Straße und hat den Eindruck, dass der Verkehr in letzter Zeit zugenommen hat. "Über die Neustädtler Straße zu fahren, scheint die kürzeste Verbindung für viele zu sein, die von Aue nach Zwickau wollen", mutmaßt Richter. Nun ist für ihn und seine Lebensgefährtin Petra Schramm noch ein trauriges Ereignis hinzu gekommen: Vor wenigen Wochen ist ihr Berner Sennenhund Luna direkt vorm Grundstück überfahren worden. Sie war ausgebüxt, weil die Grundstückeinfriedung gebaut wurde und deshalb offen war.

"Der, der sie angefahren hat, muss schnell unterwegs gewesen sein, denn durch den Aufprall wurde unser Hund mehrere Meter weiter weg geschleudert", berichtet Richter. "Wäre er nicht so schnell gefahren, würde unser Hund noch leben." Wegen seiner inneren Verletzungen verstarb er aber auf dem Weg zum Tierarzt. Auch zwei Katzen traf an diesem Tag das gleiche Schicksal. Richter fand sie tot am Straßenrand liegend.

Von der Situation berichtete er zur jüngsten Gemeinderatssitzung. Dort übergab er Bürgermeister Wolfgang Leonhardt (CDU) ein Schreiben, in dem er eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h ab dem Abzweig Bühlstraße bis Ortsausgang in beiden Richtungen beantragt. "Dieser Straßenabschnitt ist extrem schmal und besitzt keinen Gehweg", begründet er. "Es ist für die Anwohner, besonders bei Dunkelheit, gefährlich, in diesem Bereich die Straße entlang zu laufen." Viele Fahrzeugführer würden sich nicht einmal an die geltenden 50 km/h halten.

Richter verweist auf seine, nicht repräsentativen Zählungen. Demnach sind auf dem genannten Abschnitt täglich zwischen 600 und 700 Fahrzeuge unterwegs. Schwerpunkte seien die Stunden zwischen 5 und 8 Uhr sowie zwischen 15 und 19 Uhr. "In anderen Orten an ähnlichen Straßen habe ich gesehen, dass dort eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h gilt", verweist Richter darauf, dass es doch eigentlich möglich sein würde, das auch in Zschorlau vor seinem Haus zu realisieren.

Der Vorgang sei in Arbeit, sagt Wolfgang Leonhardt. Es soll eine Vor-Ort-Begehung stattfinden, zu der auch Ulrich Richter eingeladen sei. Der Sachverhalt wurde laut Thomas Langer, Sachgebietsleiter Ordnung und Sicherheit in der Gemeindeverwaltung Zschorlau, schon einmal vor Jahren geprüft. Die Einrichtung einer Tempo-30-Zone wurde damals abgelehnt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...