Zwönitzer Schüler funken Fernsehsatellit an

Nach einem Kontakt mit Astronaut Alexander Gerst planen die Amateurfunker am Matthes-Enderlein-Gymnasium den nächsten Clou: mit eigener Technik weltweit kommunizieren.

Zwönitz.

Wer am Freitag zum Tag der offenen Tür am Matthes-Enderlein-Gymnasium in Zwönitz die Arbeitsgemeinschaft der Amateurfunker besucht, kann eine Runde mit dem Palettenmobil drehen. So nennen die Schüler ihre Kreation, die im Prinzip aus einem auseinander gebauten Hoverboard - eine Art Elektro-Skateboard - und einer Euro-Palette besteht. "Wir wollen damit zeigen, dass es in unserer AG nicht nur um Amateurfunk geht, sondern auch um Verständnis für Technik und Elektronik", erklärt Zehntklässler Franz Wabnitz.

An den Projekttagen für alle Schüler des Gymnasiums am Donnerstag und Freitag haben die Amateurfunker der Schule ihrem Palettenmobil den letzten Schliff verpasst. Unter anderem wurde es mit den Rufzeichen der Schulstation und der am Bau Beteiligten beschriftet. "Wir wollen für das Gymnasium und für uns Werbung machen", sagt Heiko Meier, der die AG leitet. Die beste Werbung bisher war für Amateurfunker der Kontakt zum deutschen Astronauten Alexander Gerst auf der ISS im August 2018.

Und auch zum Tag der offenen Tür haben sich Heiko Meier und die Schüler etwas Besonderes einfallen lassen: Funkverbindungen über den geostationären Satelliten QO-100. Dabei handelt es sich um einen Fernseh- und Amateurfunksatellit der Qatar Satellite Company aus Katar. Aus sieben elektronischen Bauteilen haben die Mitglieder der Zwönitzer Arbeitsgruppe dafür Sender und Empfänger zusammengebaut. "Das Besondere ist, dass es mit einfacher Technik möglich ist, über diesen Satelliten mit jedem anderen Funker auf der Welt sprechen zu können", erklärt Heiko Meier. Allerdings dürfen das nur lizenzierte Funkamateure. Oder eben am Freitag alle Interessierte übers Ausbildungsrufzeichen der Zwönitzer Schulstation.

Heiko Meier, der Vorsitzender vom Ortsverband Aue-Schwarzenberg des Deutschen Amateur-Radioclubs (DARC) ist, hatte im Januar 2018 die Arbeitsgemeinschaft an der Schule gegründet. Hintergrund war, dass die Amateurfunker Nachwuchs suchen. Aktuell arbeiten in der AG am Zwönitzer Gymnasium ein Mädchen und sieben Jungen mit, alle Klasse 10. Zum Projekttag schauten Jannik Martin und Oskar Auerswald aus der 6. Klasse bei den Amateurfunkern vorbei. "Ich bastele gern mit Elektronik und ich würde auch gern funken, da kommt man schließlich bis ins Weltall", begründete Jannik sein Interesse.

Heiko Meier hört das gern, denn er kann für weitere Aktionen in diesem Jahr interessierte und engagierte Schüler gebrauchen. So wird sein Ortsverband mit Unterstützung der AG aus Zwönitz zum Tag der Sachsen in Aue vertreten sein. Mit dem Sonderrufzeichen "DM19ERZ", für ein Jahr bewilligt von der Bundesnetzagentur, soll dabei auf die Verleihung des Welterbetitels aufmerksam gemacht werden.


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