Adam Ries spielt mit im bunten Häusermeer

Auf Berge oder Dächer klettern, auf Quasten schaukeln oder mit dem Rechenmeister. Alles Ideen für mehr Leben in der Stadt. Aber alles auch eine Frage des Geldes.

Annaberg-Buchholz.

Noch sind sie klein, wirken fast etwas verloren im Saal des Erzhammers: die neu entwickelten Spielgeräte der Studenten der Fakultät Angewandte Kunst der Westsächsischen Hochschule Zwickau in Schneeberg. Aber zum Spielen verlocken sie schon jetzt - auch im Maßstab 1:10. Zum Beispiel Lino Ehrensteins "Annawerk" - ein Hammerwerk. Die drei pendelnden Hämmer lassen sich auch im Modell schon in Schwingungen versetzen. An den jahrhundertealten Bergbautraditionen der Region orientiert sich auch die Quastenschaukel von Philipp Busch. Bei der sind an einem A-förmigen Gestell, das einem Bergbauschacht nachempfunden ist, drei große Kordeln angehangen. Damit will Philipp Busch - wie alle anderen angehenden Holzgestalter Student im zweiten Semester - an das reichhaltige Textilhandwerk in der Stadt erinnern. Fabian Pollex dagegen bringt bei seinem "Magnakus" Rechenmeister Adam Ries ins Spiel: Auf 13 halbrund gebogenen Edelstahlrohren sind Kugeln in unterschiedlicher Anzahl montiert - aufsteigend von 1 bis 7 und wieder absteigend. Die Idee des Gestalters: Nicht nur Kinder können sich mathematische Aufgaben ausdenken und sie mithilfe der Kugeln lösen. Wer es weniger naturwissenschaftlich mag, kann auch einfach nur versuchen, die Kugeln über die Stangen zu befördern. Schaukeln lässt es sich auch in der "Lohre" von Michael Lasch: drei hintereinander angeordnete halbrunde Elemente aus Holzbrettern, die einem klassischen Förderwagen aus dem Bergbau nachempfunden sind. Eher an der Architektur der Stadt haben sich dagegen Franz Philipp mit seinem "Häusermeer", Arne Jäckel mit seiner "Spielfläche Annaberg-Buchholz" und Joshua Schadt mit seinem "Balanceplatz" orientiert - drei gleich große Felder mit unterschiedlich bewegbaren Platten und Kippeigenschaften. Klettern, Balancieren und dabei eigene Pfade entdecken - damit wollen sie bei den künftigen Nutzern punkten. Zum Klettern lädt auch Jacob Schmidt mit seiner aus gleichseitigen Dreiecksflächen gestalteten Bergkulisse ein.

Bis zum 25. August können die Entwürfe noch besichtigt werden. Drei von ihnen sollen später auf der neu gestalteten Buchholzer Straße Platz finden. Bis dahin ist es allerdings noch ein langer Weg. Denn nach Publikumsvotum und Jury-Urteil im Herbst wird es zunächst darum gehen, ob der Technische Überwachungsverein (Tüv) seine Zustimmung zur Umsetzung der Entwürfe gibt, sagt Stadtsprecher Matthias Förster. Dann sei entscheidend, welche Kosten für die einzelnen Spielgeräte anfallen, und wie viele Sponsoren beziehungsweise Paten gefunden werden können. Schließlich will sich die Stadt mit der Idee erneut im Wettbewerb "Ab in die Mitte" bewerben. Die Umsetzung ist dennoch für 2019 anvisiert.

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