Arbeiterwohlfahrt hilft Krebs-Selbsthilfegruppe

Den Fortbestand als eigener Verein konnten die Frauen nicht mehr stemmen. Jetzt schlüpfen sie unter ein rettendes Dach.

Grünhain-Beierfeld.

Sie ist gerettet: Die Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs kann unter dem Dach des Kreisverbands der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Aue-Schwarzenberg weiter existieren. Allerdings musste die Gruppe, die sich stets am letzten Montag im Monat im Fritz-Körner-Haus von Beierfeld trifft, ihren Namen ändern. Der bisherige Dachverband hat das im Statut festgeschrieben, wenn sich eine Gruppe einen anderen Träger sucht. Jetzt heißen sie: "Selbsthilfegruppe Krebs - Ich bin nicht allein".

Steffi Heindl ist über diese Entwicklung sehr froh: "Nachdem im vergangenen Jahr plötzlich zwei von drei Vorstandsmitgliedern nicht mehr zur Verfügung standen, drohte die Auflösung." Niemand habe sich gefunden, der die Verantwortung im Vorstand übernehmen wollte. Zudem durften die, die Verantwortung übernehmen, nicht älter als 67 Jahre sein. Ein Problem für einige von uns", betont die 57-jährige Heindl.

Da man schon seit langer Zeit einen guten Draht zur SPD-Landtagsabgeordneten Simone Lang hat, wandten sich die Frauen an die Politikerin. "Für mich wäre es undenkbar, dass die Gruppe aufgelöst wird", so Lang. Da sie zugleich Vorsitzende des Awo-Kreisverbands Aue-Schwarzenberg ist, suchte sie gemeinsam mit Geschäftsführer Karsten Wilhelm nach einer Lösung. "Da wir ja schon eine Selbsthilfegruppe haben, war alles ziemlich unkompliziert", sagt Wilhelm.

Natürlich mussten die Mitglieder der Frauenselbsthilfe mit dem Wechsel einverstanden sein. "Für die meisten war es wichtig, dass es weitergeht", so Heindl. Mehr als 30 Mitglieder aus dem Raum Aue-Schwarzenberg habe die Gruppe. Das Gros komme aus Grünhain-Beierfeld, Schwarzenberg und Lauter-Bernsbach. Natürlich sind neue Mitglieder immer willkommen. Eine Mitgliedschaft in der Awo sei nicht notwendig, aber wünschenswert. Die meisten Betroffenen haben eine Brustkrebserkrankung hinter sich. "Aber wir wollen auch Menschen mit anderen Karzinomerkrankungen ermutigen, sich anzuschließen", sagt Karsten Wilhelm. Willkommen sind Betroffene und deren Angehörige. Schon jetzt gehören auch zwei Männer zum festen Stamm.

In den nächsten Wochen müssen noch ein paar Formalitäten geklärt werden. Dazu gehören beispielsweise Abrechnungsmodalitäten. Der Fördermittelantrag sei bereits bei der Krankenkasse gestellt, allerdings werde die Bewilligung noch ein bisschen dauern, so Wilhelm.


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