Auch Rollator fahren will gelernt sein

Ein Hilfsmittel ist nur dann hilfreich, wenn man es richtig zu nutzen weiß. Ein Therapiepfad, wie es ihn jetzt im "Gut Förstel" in Langenberg gibt, soll da mehr Sicherheit geben.

Langenberg.

Im Alterswohnsitz "Gut Förstel" in Langenberg leben heute mehr als 80 Bewohner. Ein Großteil von ihnen nutzt Rollatoren. Doch diese Hilfsgeräte, die sich erst seit Anfang der 1990er-Jahre als solche durchgesetzt haben und den bis dato bekannten Gehbock ersetzten, muss man auch beherrschen.

Dafür hat die Einrichtung jetzt einen sogenannten G-Weg anschaffen können. Dabei handelt es sich um einen speziellen Therapieweg in einer Art Teppich, der den älteren Menschen eine vor allem optische Orientierungshilfe bietet. Das erklärt Dana Tonar, die als Ergotherapeutin der Einrichtung dafür eine spezielle Ausbildung absolviert hat. Im Rahmen dieser Kursleiter-Ausbildung wurde sie auf den G-Weg aufmerksam. "Wir freuen uns sehr, dass wir relativ kurzfristig diese Anschaffung für unsere Bewohner realisieren konnten", erklärt Michael Eisenberg, der Geschäftsführer des Hauses. Dies sei vor allem möglich geworden, da der Ortsverein Langenberg den Erlös der Tombola des diesjährigen Park- und Teichfestes dafür mit den Topf geworfen habe. "Den Rest haben wir draufgelegt und konnten so den Trainingsweg kaufen", so Eisenberg.

Es handelt sich dabei um einen sechs Meter langen, leicht transportierbaren und rutschfesten Teppich. Dieser kann überall zum Einsatz kommen und vermittelt durch die aufgedruckten, gekennzeichneten Felder einen Fußweg, wie er durchaus im Freien zu finden ist. Durch die Felder, die wie Gehwegplatten wirken, können die älteren Leute ihren Gang trainieren. So geht es beispielsweise darum, nicht den Kopf gesenkt zu halten, um wie gewohnt, auf die eigenen Füße zu schauen, sondern den Blick über den Rollator auf kommende Hindernisse auszurichten. Gelaufen wird eng zwischen den Haltegriffen, die zudem mit Handbremsen versehen sind. "Geeignet ist dieses Training für alle, die auf Hilfsmittel wie Gehstöcke oder Rollatoren angewiesen sind. Es dient der Vermeidung von Stürzen und der Verbesserung des Gangbildes", erklärt die 35-jährige Ergotherapeutin. Denn nichts sei wichtiger als der Erhalt der Mobilität. Mobilität verleihe enorm viel Lebensqualität, bestätigen die Senioren.

Das Mobilitätstraining mit und auf dem neuen grünen Weg soll fortan fester Bestandteil des Angebots im "Gut Förstel" sein. Zudem gibt es mehr als 50 Methodikkarten, die mögliche Übungen skizzieren. Ein Rollator ist dann eine zuverlässige Hilfe, wenn die Handhabung klappt. Beispielsweise müssen die Bremsen festgestellt sein, um sich zum Aufstehen auf dem Rollator abstützen zu können. Sind die Bremsen nicht festgestellt, kann das Hilfsmittel ein Risiko werden. Deshalb gilt: Auch Rollator fahren will gelernt sein.

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