Aue baut ein Sportzentrum für Bürger

Das neue Freizeit-Areal am alten Güterbahnhof bekommt ein größeres Umkleidegebäude. Damit haben sich die Sportvereine durchgesetzt. Die Stadträte ließen dennoch die Muskeln spielen.

Aue.

Die Stadt Aue und die Vereine, die das künftige Sport- und Freizeitzentrum am alten Güterbahnhof nutzen wollen, haben sich geeinigt. Das Funktionsgebäude neben den Fußballfeldern wird nicht abgespeckt. Statt zwei Umkleidekabinen mit Duschen bekommt es sechs. Laut einer Schätzung der Stadtverwaltung liegen die Baukosten dadurch bei 2,2 Millionen Euro. Für die Stadt etwa 860.000 Euro mehr.

Bauamtsleiter Immo Rother erläuterte nun im Stadtrat, dass die diskutierten kleineren Varianten nicht praktikabel seien. Es würde während der Trainingszeiten der künftigen Nutzer zu starken Überbelegungen kommen. Zu den Nutzern gehören neben den Nachwuchskickern des FC Erzgebirge Aue auch dessen Sektion Leichtathletik und der SV 1960 Alberoda.

Die Stadträte schluckten die Verteuerung und stimmten der Sechs-Kabinen-Variante zu, bei nur einer Stimmenthaltung. Aber die Forderungshaltung der Vereine, allen voran des FC Erzgebirge, hatten Spuren hinterlassen. Mehrere Räte sahen sich zu einer Klarstellung veranlasst. "Das Sport- und Freizeitzentrum wird nicht der Hinterhof des FCE", sagte Tobias Andrä (Aldu). "Es gehört allen Bürgern der Stadt."

Mario Heydel (Freie Wähler) stieß in dasselbe Horn: "Den Nutzern müssen wir deutlich sagen, das Geld, das wir hier nachschießen, ist Steuergeld, das wächst nicht auf den Bäumen. Sie müssen sich an unsere Regeln halten." Zuvor hatten sich Heydel, aber auch Thomas Ketzer (Aldu) für die teurere Variante ausgesprochen. "Wenn unsere Kinder Sportfeste haben, schicken wir sie nach Schneeberg oder Schwarzenberg. Jetzt entsteht in Aue ein niveauvolles Gesamt-Areal, und da sollten wir den sechs Kabinen zustimmen", sagte Ketzer.

Bauamtsleiter Rother bestätigte, dass sich der FC Erzgebirge als Hauptnutzer sehe. Angesichts der Vorgeschichte dieses Projekts ist das verständlich. Die Stadt wollte ursprünglich ein Nachwuchsleistungszentrum für den Bundesligisten bauen, damit dieser selbst Fußballtalente aufbauen kann. Für solch ein kommerzielles Vorhaben waren jedoch keine Fördermittel zu holen. Deshalb wurde das Nachwuchsleistungszentrum des FCE zum Sport- und Freizeitzentrum der Stadt umgeschrieben. Dazu muss es jetzt aber auch werden - etwas anderes wäre Fördermittelbetrug.

Manchen Bürgern schwant dennoch nichts Gutes. Sie wollen wissen, zu welchen Zeiten die Allgemeinheit das Sportzentrum wird nutzen dürfen. Stadtrat Andrä hatte daher schon in der Oktobersitzung gefragt: "Können da auch einfache Bürger rein?" Antwort von Oberbürgermeister Heinrich Kohl (CDU): "Selbstverständlich. Das legen Sie als Stadtrat fest. Wir haben noch keine Verträge gemacht." Doch schon jetzt zeigen die Trainingspläne der Vereine, dass es zeitlich sehr gedrängt zugehen wird. Da wird es noch Diskussionen geben.

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