Auspuffbauer Fox bringt Stahl-Schwibbögen auf Markt

Wenn es nach Inhaber Siegfried Ott geht, soll das Produkt ein Standbein der Firma werden. Mit neuen Motiven will er den Lichterträger international verkaufbar machen.

Johanngeorgenstadt.

Auf dem Schwarzenberger Weihnachtsmarkt gibt es eine neue Bude. Marlene Meyer, Geschäftsführerin der ATJ-Autotechnik Johanngeorgenstadt, vertauscht für eine Woche ihren Bürostuhl gegen den Stehplatz hinterm Tresen, um das neueste Produkt ihrer Firma vorzustellen: Schwibbögen aus Edelstahl. In Schwarzenberg ist offizieller Verkaufsstart für den Lichterbogen der bekannten Auspuffmarke Fox.

Der erste Schwibbogen der Welt wurde 1740 in Johanngeorgenstadt geschmiedet. Der größte Orts- Schwibbogen steht ebenfalls in Johannstadt - gebaut aus Beton und Edelstahl im Auftrag der Firma Fox. Jetzt kommt wieder etwas Neues aus der Schwibbogenstadt. Der härteste Bogen? Nun ja, auf alle Fälle einer der wandelbarsten. "Wir haben ihn so konstruiert, dass man in den Rahmen samt Lichtern mit wenigen Handgriffen neue Motivplatten einsetzen kann", sagt Fox-Inhaber Siegfried Ott (76). Es gibt drei Größen: 1,20, 1,50 und 2,50 Meter breit. Sie kosten zwischen 590 und 1800 Euro.

Zum Verkaufsstart werden neun Motive angeboten. Darunter sind Klassiker wie der von Paula Jordan entworfene Schwarzenberger Schwibbogen mit Bergleuten, Klöppelfrau und Schnitzer, ein Motiv, das an den Erzgebirgsdichter Anton Günther erinnert oder ein mittelalterliches Bergwerk. Es gibt aber auch zeitlose Varianten mit Tieren und moderne Designs, etwa mit der Stadtansicht von Berlin samt Fernsehturm und Brandenburger Tor.

"Die Produktion ist im November erst angelaufen", sagt Ott. "In nächster Zeit wollen wir 50 Motive anbieten. Im Grunde ist die Auswahl aber unbegrenzt, weil jeder Kunde sein eigenes Wunschmotiv bei uns fertigen lassen kann." Ott folgt damit Konzepten, die den Schwibbogen nicht nur als weihnachtlichen Lichterträger sehen, sondern als Schmuckstück für das ganze Jahr. "Jeder Fischkopp, Bayer oder Weinbauer soll sich so einen Bogen kaufen können", sagt er. "Wenn ihm das Motiv nicht mehr gefällt, löst er ein paar Schrauben und setzt eine neue Platte ein." Sogar einen Export in arabische Länder fast Ott ins Auge.

Damit die Vielfalt stimmt, hat er im Oktober einen Designer eingestellt. Nico Oettel (21) entwirft am Computer neue Motive oder setzt Kundenwünsche um. Zurzeit arbeitet er an einem Bogen mit Figuren der böhmischen Exulanten, die vor 365 Jahren Johanngeorgenstadt gegründet haben. Die fertigen Designs wandelt er mit wenigen Mausklicks in Dateien um, mit denen die Laserautomaten programmiert werden, die sonst Auspuffteile schneiden.

Die Schwibbogen-Fertigung soll ein Standbein des Abgasanlagenbauers werden. "Sollte uns die Autokrise treffen, wollen wir damit eine schwankende Nachfrage aus der Automobilindustrie abfedern", sagt Ott.

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