Bauarbeiten fürs Abwassernetz: Langenberg ab 1. April Nadelöhr

Ein großes Projekt geht in die nächste Etappe. Der Bauherr muss mit einer Kostenexplosion leben. An der Höhe der vereinbarten Bürgerbeteiligung ändert sich dadurch aber nichts.

Langenberg.

Schon seit Jahren beschäftigt die Langenberger eine Frage: Werden ihre Grundstücke und Häuser ans zentrale Abwassernetz des Zweckverbandes Wasserwerke Westerzgebirge (ZWW) angeschlossen? Eine Bürgerinitiative hatte sich dafür stark gemacht und dem ZWW fast keine andere Wahl gelassen, als den Wunsch zu erfüllen. Der Verband knüpfte daran die Forderung nach der Bürgerbeteiligung. Jeder Hauseigentümer soll 7350 Euro für den zentralen Anschluss zahlen. Ratenzahlung ist vereinbart. Teile waren von 2016 bis 2018 fällig, die Abschlussrate ist zu zahlen, wenn das Vorhaben abgeschlossen ist.

Nach erste Maßnahmen in den vergangenen Jahren ist am 1. April 2019 Baustart für den wohl umfangreichsten Abschnitt entlang der Ortsdurchfahrt zwischen dem Abzweig der Straße Am Emmler und dem Abzweig zum Gut Förstel. Wie groß das Interesse an dem Projekt ist und wie viele Fragen die Anwohner haben, zeigte sich jetzt bei einer Info-Veranstaltung im Schulungsraum des Wasserwerks St. Katharina. Nur wenige Stühle blieben leer. Die wichtigste Nachricht, die ZWW-Geschäftsführer Frank Kippig für die Langenberger hatte, war die über eine so nicht erwartete Preissteigerung. Fast 1,44 Millionen Euro wird das Vorhaben kosten. Auf die Ausschreibung meldeten sich nur drei Unternehmen, das günstigste Angebot reichte die Firma Scharnagl aus Annaberg ein. Doch deren Angebot lag 30 Prozent über dem kalkulierten Preis. "Für uns die absolute Schmerzgrenze", erklärte Kippig. Vor zwei, drei Jahren habe man noch über viel geringere Preise reden können. "Nun ist die Lage auf dem Markt aber so. Und wir haben uns entschieden, das Angebot anzunehmen", so der Wasserwerke-Chef.

Um zumindest ein bisschen den Preis zu drücken, habe man die Maßnahme "entgrätet". Kippig: "Wir haben geplante Kleinigkeiten weggelassen." Dazu gehören die Abwurfleitungen von der Straße der Solidarität aus. Diese werde man erst 2021 erneuern. Erst dann können auch die Anwohner entlang dieser Straße ihre Abwässer zentral entsorgen, bis dahin müssen sie auf ihre privaten Kleinkläranlagen zurückgreifen. "Mit zusätzlichen Kosten ist dabei aber nicht zu rechen", sagt Kippig.

Der Chef der Wasserwerke nahm den Anwesenden auch die Angst, dass die Kostenexplosion sich auf den Eigenanteil der Leute auswirke. "Das ist nicht der Fall. Wir haben uns ja damals für eine Deckelungslösung entschieden. Mehrkosten sind also das Problem von Verband und Gemeinde", erklärt Kippig, dem sehr daran gelegen ist, dass die große Baustelle ohne große Schwierigkeiten einhergeht. "Die Firma wird sich mit Polier und Bauleiter bei ihnen persönlich vorstellen", erklärte er den Gästen und ermunterte sie, Fragen zu stellen und bei Bauberatungen ihre Sorgen vorzubringen.

Tom Seemann, Geschäftsführer des begleitenden Ingenieurbüros, weiß um die Herausforderung: "Wir müssen mit einem Gefälle durch den ganzen Ort kommen." Was bedeutet, dass zum Teil bis zu fünf Meter tief gegraben werden muss. "Da weiß man natürlich nie genau, auf was man stößt." Deshalb habe man im Vorfeld ein umfangreiches Bodengrundgutachten erstellt und bis zu sechs Meter tief Bohrungen in die Erde gebracht. Außerdem wurden Daten zum Altbergbau abgefragt.

Ein tangierendes Thema brennt Raschau-Markersbachs Bürgermeister Frank Tröger auf den Nägeln. Er appelliert an die Kraftfahrer, die ausgeschilderten Umleitungen und keine Schleichwege zu nutzen. Innerorts gebe es für Pkw eine Umleitung über Gewerbestraße und Straße des Sports. Lkw sollen über Elterlein oder Scheibenberg geleitet werden.

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