Bauende in Sicht - Sternwarte modern und besucherfreundlich

Die Einrichtung hat die Bauleute vor unerwartete Herausforderungen gestellt. Das brachte ein Vierteljahr Terminverzug.

Schneeberg.

Inmitten von Lärm und Staub steht Mike Behnke im Treppenhaus der Sternwarte Schneeberg. Er gehört neben Klaus-Dieter Kalauch und Thomas Georgi zum Team der Honorarkräfte, das für die Veranstaltungen in Sternwarte und Planetarium verantwortlich zeichnet. Die finden allerdings seit Oktober vergangenen Jahres nicht statt, denn die Sternwarte ist seitdem eine Baustelle. Behnke ist Inhaber eines Optik-Geschäftes, seine Honorarstunden verbringt er jetzt in Arbeitskluft vor Ort. Dort hilft er, wo er kann und hat unter anderem ein Auge darauf, dass die empfindlichen Geräte im Planetarium keinen Schaden nehmen.

Die Einrichtung gehört zum Kulturbetrieb des Erzgebirgskreises. Neben dem Umbau des Bergbaumuseums in Oelsnitz ist die Neugestaltung der Sternwarte das derzeit umfangreichste Bauvorhaben des Kulturbetriebes. Die Kosten dafür liegen laut Steffen Georgi vom Kulturbetrieb bei 508.000 Euro. Damit sei man im Rahmen der Kostenschätzung des Fördermittelantrags geblieben. Es gab jedoch eine Bauverzögerung von einem Vierteljahr. Georgi führt diese auf die Besonderheiten des Gebäudes zurück. An der Sternwarte, 1953 eröffnet, gab es immer wieder Anbauten. Sie steht zudem zum Teil auf blankem Fels, dem Wolfsberg. Das führte dazu, dass sich Risse in der Fassade gebildet haben. Die waren zu beheben. Zudem mussten mehrere Aufträge zweimal ausgeschrieben werden.


Im Mittelpunkt der Sanierung stehen Brandschutztechnik und neue Elektrik. Die alten Leitungen stammten noch aus DDR-Zeiten. Neue, auch für Behinderte geeignete sanitäre Anlagen, die Verlegung der Garderobe weg aus dem Flur ins Obergeschoss sowie ein Klimagerät fürs Planetarium standen ebenso an. Das Gerät sorgt nicht nur für bessere Luft in dem Raum, der maximal 50 Besuchern Platz bietet, sondern auch für ausgeglichene Temperaturverhältnisse - gut für die Technik.

Im Planetarium wurde auch eine Ausgangstür neu eingebaut. Sie ist nicht nur für den Notfall gedacht, sondern soll zukünftig in einen neu zu gestaltenden Außenbereich mit Sitzgelegenheit führen. "Wir haben uns bemüht, aus dem wenigen zur Verfügung stehenden Platz das Optimale zu machen", sagt Georgi. Besucherfreundlicher soll die Sternwarte sein, ihr Fokus wird auf Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen vom Kindererholungszentrum Filzteich sowie auf die touristische Nutzung ausgerichtet.

Mike Behnke sagt, er verspüre schon ein gewisses Kribbeln, wenn er an die Wiedereröffnung denkt. Die wird am 2. Oktober zur Museumsnacht des Städteverbundes Silberberg sein. Behnke ist darauf gespannt, wie die Besucher auf das Gestaltungskonzept der Firma Trommler aus Antonsthal reagieren. Das sieht unter anderem ein großes beleuchtetes Bild an der Decke im Foyer vor, das eine Nachbargalaxie der Milchstraße mit Namen Messier 33 zeigt. Dieses als auch der Großteil von den 14 Bildern von Galaxien und Planeten, die, ebenfalls beleuchtet, die Wände im Foyer und das Treppenhaus zieren werden, sind eigene Aufnahmen der Sternwartenmitarbeiter. "Jetzt können wir Besuchern Tipps zu Filter und Belichtungszeit geben. Vorher war das bei den meist fremden Aufnahmen nicht möglich", erklärt Behnke.

Bevor ab 2. Oktober dann wirklich der Blick auf die Sterne in sechs Meter Höhe am künstlichen Himmel des Planetariums wieder möglich sein wird, müssen noch einmal Techniker von Carl Zeiss Jena an die Vorführtechnik. Die war zwar während der Baumaßnahmen dick in Folien verpackt, dennoch setzt sich der Staub in die vielen kleinen Motoren und Linsen. Die müssen gereinigt und neu justiert werden.

Astronomische Höhepunkte sind laut Behnke in diesem Jahr nicht mehr zu erwarten. Die Meteorschwärme der Perseiden und Leoniden sind im August durch. Aber, so verspricht er, das Team der Sternwarte arbeitet bereits an neuen Programmen fürs Planetarium.

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