Bauernmarkt mit Abstand und Klickzählern

Zwönitzer Gymnasiasten haben am Wochenende den Einlass abgesichert. Dafür gab es nicht nur Verständnis.

Zwönitz.

Unter erschwerten Bedingungen ist der erste größere Markt in Zwönitz seit Beginn der Corona-Pandemie am Wochenende abgelaufen. So gab es strenge Verhaltensregeln und nur 999 Besucher durften gleichzeitig auf das Festgelände. Zudem machte es am Samstag auch noch Petrus den Zwönitzern stellenweise schwer. Der Bauernmarkt ersetzte die abgesagten Großveranstaltungen Zwönitzer Erntedankfest und Erzgebirgischer Pferdetag, die traditionell am letzten Septemberwochenende stattfinden.

Ina Georgi aus Zwönitz ist trotz des schlechten Wetters rausgegangen: "Dass es am Eingang eine Registrierung gibt, ist wichtig in der aktuellen Situation." Diese Aufgabe hatten Zwölftklässler des Zwönitzer Matthes-Enderlein-Gymnasiums übernommen. Sie erfassten zum einen die Kontaktdaten der Besucher und setzten zum anderen das neue System zur Zählung um. Mittels einer neu auf dem Rathaus installierten Antenne war ein Netzwerk aufgebaut worden, das ein energieeffizientes Senden und Empfangen von Daten über lange Strecken ermöglicht. In dieses System eingebunden waren die Klickzähler an den Eingängen zum Bauernmarkt, sodass man immer einen aktuellen Stand der Besucherzahl auf dem Festgelände hatte. Der 18-jährige Ernst Meyer sagte: "Manche Leute verstehen es nicht, aber letztlich füllen doch alle den Zettel mit ihren Kontaktdaten aus."

Im Großen und Ganzen gebe es keine Probleme, es werde genügend Abstand gehalten, ergänzte Johan Bräuer. Der 17-Jährige bemerkte, dass einige Anwohner es nicht verstehen, wenn sie nach dem Ausweis gefragt werden: "Sie fühlen sich genervt. Doch viele Besucher sind einfach nur froh, dass der Bauernmarkt stattfindet. Sie sagen besser so, als gar nicht."

Insgesamt waren 65 Händler für den Bauernmarkt angemeldet, darunter regionale Direktvermarkter, die in den Vorjahren ihren Stand immer auf dem Gelände am Kartoffellagerhaus aufgebaut hatten. Auch Pilzberater der Region waren präsent und haben über 150 Pilzarten gezeigt. Pferdefreunde konnten sich an der Zwönitz-Rundfahrt erfreuen. "Eigentlich läuft die Rundfahrt immer im Frühjahr, was diesmal nicht möglich war und jetzt haben wir sie nachgeholt. Wir freuen uns, dass 20 Gespanne dabei sind mit einer großen Breite an Pferderassen", erklärte der Oelsnitzer Jörg Kunz, der Zuchtrichter und Breitensportrichter für Gespannfahren ist.

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