Baumpflege oder wilde Axt?

Momentan laufen in fast allen Orten und an allen Straßen Pflegemaßnahmen an Bäumen. Doch die Menge der Gehölze, die im Zuge dessen der Säge zum Opfer fällt, wirft nicht nur unter den Bürgern viele Fragen auf.

Schwarzenberg.

Die extreme Trockenheit der zurückliegenden Jahre, Schädlingsbefall sowie Stürme haben zahlreichen Bäumen in der Region arg zugesetzt. Doch nicht alle Bäume, die derzeit von den Männern aus der Straßenmeisterei oder den örtlichen Bauhöfen gefällt oder beschnitten werden, sind krank. Dass lose Äste mit Blick auf Sicherheit entfernt werden müssen, ist ebenso unstrittig.

Derzeit häufen sich die Meldungen über Vollsperrungen von Straßen aufgrund angekündigter Pflegeschnittarbeiten. Auch die sogenannten Lichtraumprofile, die eine viel befahrene Straße bieten muss, werden freigeschnitten. So ist in Deutschland sowohl über einem Rad- und Fußgängerweg ein Raum von mindestens 2,50 Meter Höhe freizuhalten, über einer Straße mindestens 4,50 Meter. Allerdings ist das Lichtraumprofil als solches nicht in Gesetzestexten zu finden und wird aus der Verkehrssicherungspflicht und den Fahrzeughöhen abgeleitet. Geschnitten, gesägt und geschreddert wird derzeit jedenfalls massiv. "Ob das in diesem Ausmaß notwendig oder angemessen war, wage ich zu bezweifeln", sagt Schwarzenbergs Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU) mit Blick auf die jetzt frei geschnittene Böschung an der B 101 in Schwarzenberg, gegenüber der Landkreisentsorgung. Viele Bürger sehen das ähnlich. Kopfschütteln löst auch aus, was mit den Bäumen entlang der Straße zum Oberbecken in Markersbach passiert ist. Frank Windisch aus Raschau macht darauf aufmerksam. Beinahe wie bei einem Heckenschnitt wurden dort alle Äste, die zur Straße zeigen, gekappt. Dabei stehen die Bäume soweit vom Asphalt entfernt, dass von Lichtraumprofil keine Rede sein kann. Hendrik Wagler aus Schlettau, der als Baumsanierer ein Fachmann auf dem Gebiet ist, und viele Kommunen berät, sagt: "Die meisten Arbeiten laufen relativ ordentlich." Nicht ganz sachgerecht sei das Schneiden von Ästen wie etwa an der Oberbeckenstraße geschehen.

An Bundes- und Kreisstraßen sind die Straßenmeistereien des Landkreises zuständig. In den Kommunen die Bauhöfe. Regelmäßige Baumkontrollen sind wichtig und angezeigt. Am 1. März beginnt die Vegetationszeit, spätestens ab da müssen die Sägen dann ruhen.


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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    8
    Interessierte
    22.02.2020

    "Doch die Menge der Gehölze wirft viele Fragen auf.....
    Den Osten kann man in allen Dingen gut ausrauben , ein Glück , dass der sich in allen Richtungen so gut gehalten und entwickelt hat , was man nun holen kann ..
    Und - wofür benötigt man denn das Holz , für Pellets und Holzhäuser und Jachten ?