Bergbau-Unternehmen wird mit angestautem Ärger konfrontiert

Anwohner leiden unter der Ruhestörung durch den Erkundungsschacht in Pöhla. Und sie sehnen eine Umgehung herbei.

Pöhla.

Wo gearbeitet wird, fallen Späne. So wie auf der Baustelle des Erkundungsschachts der Saxony Minerals Exploration (SME) AG in Pöhla. Den Tag der offenen Tür am Samstag nutzten Anwohner, um ihre Sorgen und Ängste vorzutragen. Auch Ursula Donth und Familie Korb wollten mit Klaus Grund, Vorstand für Bergbau und Technologie, ins Gespräch kommen.

"Am meisten ärgert uns, dass wir alle Informationen rund um die Vorhaben hier im Luchsbachtal aus der Zeitung erhalten", sagt Gerd Korb, der beim Vor-Ort-Termin Unterstützung von seinen Kindern Lena (20) und Pascal (18) hatte. Bei anderen Baumaßnahmen gebe es rechtzeitig Informationen. In diesem Fall werde geschwiegen, machten Gerüchte die Runde. Dabei habe man den Anwohnern doch zugesichert, dass es regelmäßige Sprechzeiten geben soll und dass das Unternehmen Info-Blätter in die Briefkästen werfen wolle.

Den Ärger der Anwohner kennt auch Schwarzenbergs Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer: "Grundsätzlich ist der Bergbauunternehmer verpflichtet, Öffentlichkeitsarbeit zu machen." Auf Drängen der Stadt gab es Anfang 2017 eine Veranstaltung. Zudem werden aktuelle Informationen, die die Stadt beispielsweise durch das Oberbergamt erhält, im Ortschaftsrat und im Stadtrat weitergegeben. Der jetzige Tag der offenen Tür sei nach einem Gespräch zwischen Stadt- und SME-Vertretern initiiert worden.

Pascal Korb ärgert die Lärmbelästigung durch das Sprengen. "Vor allem nachts ist das sehr schlecht", sagt der 18-Jährige. Ursula Donth berichtet, immer wieder werde mit dem Vorschlaghammer auf Metall geschlagen. "Dadurch wird man aus dem tiefsten Schlaf gerissen", sagt die 71-Jährige.

Klaus Grund betont, dass sich SME an alle gesetzlichen Vorschriften halte. Etwa 350 Meter seien die ersten Häuser entfernt, in denen auch die Korbs und Ursula Donth wohnen. "Hier oben fährt nur der Radlader, der eigentliche Lärm ist unter Tage", so Grund. Am Eingang der Baustelle liege die Lärmbelastung bei 48 bis 50 Dezibel, damit im Normbereich. Bis zu den Häusern gehe die Dezibel-Zahl weiter zurück.

Die 20-jährige Lena Korb beobachtet auch, was sich im Luchsbach tut. "Da wird Wasser aus dem Bergwerk eingeleitet", weiß sie. Vorstand Grund beschwichtigt: Vorm Einleiten stehe eine mehrstufige Aufbereitung. Schlamm werde gebunden und von einer Spezialfirma entsorgt. Ohne Bergbauaktivitäten habe das Wasser laut SME-Prokurist Matthias Finder sogar Trinkwasserqualität. Lena Korb sah vor ein paar Tagen aber, dass der Luchsbach sehr schlammig war. Da habe sie Kontakt zu den Mitarbeitern gesucht.

Weiteres Thema: die Umgehungsstraße. Dass sich Anwohner eine wünschen, kann OB Hiemer verstehen. Eine Petition sei bis zu den Entscheidungsträgern in Dresden gegangen. Solange es sich aber nur um ein Erkundungsbergwerk handele, könne die Anfrage gar nicht richtig bearbeitet werden. Der Aussage von Klaus Grund, Grundstückseigentümer würden einen Verkauf für die angedachte Umgehung ablehnen, widersprach Hiemer: "Wir sind noch nicht angefragt worden, obwohl der Stadt in dem Gebiet Grundstücke gehören." Dass im Gegenzug die Luchsbachtalstraße ausgebaut werde, sei auch nicht korrekt. "Das hätten wir auch ohne Berggeschrey gemacht. Die Straße führt zum Besucherbergwerk Zinnkammern, wo oft Busse hinfahren."

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