Brillantes auch ohne Feuerwerk

Wenn ein Fest seine 25. Auflage feiert, dann ist das immer auch Anlass zurückzuschauen. Beim Altstadt- und Edelweißfest wurde genau das getan.

Schwarzenberg.

Das Höhenfeuerwerk, das am Samstagabend geplant war, musste zwar aufgrund der Trockenheit abgesagt werden, doch auf den Bühnen der sieben Festbereiche konnten beim dreitägigen Altstadt- und Edelweißfest zahlreiche kleine Feuerwerke gezündet werden - natürlich nur im übertragenen Sinne.

Zu diesen kleinen Feuerwerken gehörte beispielsweise auf dem Mittelaltermarkt am Unteren Tor der Auftritt von Barbara Ehwald. Jens Nevermann, der gemeinsam mit Lutz Blechschmidt für den beliebten Festbereich verantwortlich zeichnet, hatte die bekannte Sopranistin, die deutschlandweit auf großen Bühnen stand, nach Schwarzenberg eingeladen. "Ein kleines Geschenk zum Jubiläum", betont Lutz Blechschmidt. Als der Mittelaltermarkt einst startete, wurde er von vielen Gästen eher kritisch beäugt, heute ist dieser Bereich fester Bestandteil des Stadtfestes. Um Schausteller müssen sich Nevermann und Blechschmidt keine Sorgen machen. "Es wollen deutlich mehr nach Schwarzenberg kommen, als wir Platz haben", so die beiden Organisatoren. Mit dem alten Holzkarussell, das noch mit Hand angetrieben wird, hatte der Festbereich auch für die Jüngsten etwas zu bieten.

Brillant war auch das, was der Heimatverein auf die Bühne vorm Ratskeller zauberte. Erstmals zum Altstadt- und Edelweißfest präsentierten die Mitglieder Kostüme aus dem Fundus, der im Haus Anne Frank in Schwarzenberg untergebracht ist. "Entstanden ist dieser Fundus zur 850-Jahr-Feier", war von Kerstin Richter, die die Modenschau moderierte, zu erfahren. Der Heimatverein hat ein paar Jahre später die Aufgabe übernommen, den Kostümverleih zu verwalten. Zur historischen Modenschau wurden verschiedene Epochen lebendig. Richter verriet Hintergründe und machte deutlich, dass man auf Unterstützung angewiesen ist. "Wer seinen Dachboden ausräumt, kann große Stoffe oder auch Kleidung gern bei uns abgeben - wir freuen uns darüber", so Richter. Im Fundus befinden sich sowohl historische Mode als auch selbst geschneiderte Kostüme, die auch an andere Kommunen, beispielsweise für Jahr-Feiern, oder an Faschingsfreunde verliehen werden.

Der Inbegriff für Geselligkeit war auch in diesem Jahr wieder der Bereich um den Springbrunnen. Dort mundete manch einem ein guter Tropfen aus Franken. Kredenzt unter anderem durch Weinkönigin Daniela, die noch bis Anfang Dezember mit Charme und Wissen über den Wein das Amt begleiten wird. Angesichts der hohen Temperaturen empfahl sie den Gästen einen gut gekühlten Secco. Er ist die leichte Alternative zum Sekt. Für brillante Umrahmung am Springbrunnen sorgte traditionell der Musikverein Ipsheim.

Das Feuerwerk am Sonntag auf der Bühne auf dem Markt eröffnete Beate Kindt-Matuschek. Sie ließ die vergangenen 24 Jahre des Festes Revue passieren. Zu ihren Gästen gehörten unter anderem das erste Burgfräulein Doreen Hahn, der Organisator des Edelweißlaufes, Steffen Großer, und die Schwarzenberger Schlossmusikanten, die zum zehnten Mal beim Altstadt- und Edelweißfest ihre Auftritte hatten.


Was das Altstadt- und Edelweißfest so besonders macht

Karin Weigl gehörte als Vorsitzende des Wirtschafts- und Gewerbevereins zu den Initiatoren des Altstadt- und Edelweißfestes. "Wir haben uns damals oft im Haus der Einheit, dem heutige Ratskeller, getroffen", erinnert sie sich. "Unser Ziel war es, Leute in die Altstadt zu locken." Die ersten beiden Feste wurden allein durch die Händler und Gewerbetreibenden der Altstadt finanziert. 1996 sei die Stadt mit eingestiegen, das Fest enorm gewachsen. "Wir haben als Händlerfest angefangen. Jetzt ist es ein richtige Stadtfest. Ich würde mir wünschen, dass mal neue Ideen umgesetzt werden." (klin)

Ralf Alex Fichtner aus Neuwelt ist jener Karikaturist und Maler, der seit der 3. Auflage des Altstadt- und Edelweißfestes die Festpostkarten gestaltet. Drei D-Mark kostete damals eine Karte, die gleichzeitig Eintrittsticket war. Die Wahrzeichen der Stadt waren immer wieder Motiv. Außerdem brachte Ralf Alex Fichtner mehrmals Burgfräulein Edelweiß und Ritter Georg zu Papier. "Die Karte ist jedes Jahr anders, aber die Blume, das Schwarzenberg Edelweiß, ist auf jeder zu finden", sagt der Karikaturist, der auch für die Gestaltung der Weihnachtsmarkttassen zuständig ist. (klin)

Doreen Hahn war das erste Burgfräulein Edelweiß. "Ich habe das damals in der Zeitung gelesen und mich beworben, weil ich sowieso nach einer neuen Aufgabe gesucht habe." Gegen sieben oder acht Mitbewerberinnen hat sich die heute 43-Jährige im Jahr 1998 durchgesetzt. "Ich war dann fünf Jahre lang Burgfräulein. Es war eine sehr schöne Zeit." Dass sie ausgerechnet am Samstag geheiratet hat, ist kein Zufall. "Ich habe meinen jetzigen Mann vor elf Jahren zum Altstadt- und Edelweißfest kennengelernt und deshalb sollte es auch dieser Termin sein." (klin)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...