Dufte Truppe eint Liebe zu Pitty & Co.

Berliner Roller haben am Wochenende im Erzgebirge die Blicke auf sich gezogen. Stolze Besitzer solcher Oldtimer waren das achte Mal der Einladung des EOC Neustädtel gefolgt.

Schneeberg/Waschleithe.

Die Karosserie ist robust, die Technik grundsolide. Daher kommt Mario Michall mit seinem Motorroller des Typs Berlin SR 59 meist pannenfrei ans Ziel. Am Wochenende gelang das erneut. Aus Greiz steuerte der Fan dieser betagten Zweiräder auf seinem Oldtimer des Baujahrs 1962 einmal mehr Neustädtel an, wo der Erzgebirgische Oldtimerclub (EOC) zum 8. Rollertreffen gerufen hatte.

Dem Ruf folgten am Ende 60 stolze Piloten von Pitty, Wiesel, Troll & Co. 66 Anmeldungen lagen Steffen Siegert zunächst vor. Mit 85 hatte er gerechnet. "Aber die schwammigen Wettervorhersagen hielten wohl einige ab", so der EOC-Vorsitzende, bei dem auch die organisatorischen Fäden fürs Rollertreffen zusammenlaufen. Zu den ersten Gästen auf den legendären Zweirädern gehörte Mario Michall. Bereits das vierte Mal war er dabei. Und kommt stets gerne wieder. "Weil es einfach super organisiert ist." Das Erzgebirge habe er durch das Treffen schon weidlich kennengelernt. Zum Programm gehören stets Rundfahrten mit Stopps an Sehenswürdigkeiten. Diesmal begeisterte laut Steffen Siegert vor allem die große Rast am Samstag. Da ging es zu Sachsens ältestem Besucherbergwerk "Herkules Frisch Glück" nach Waschleithe. "Davon waren alle total begeistert." In drei Gruppen fuhren die Rollerfans ins Bergwerk ein und bestaunten die Marmorsäle. "Es sind immer sehr interessante Sachen dabei", bestätigt Mario Michall. Weitere Stationen waren diesmal unter anderem die Schmelzhütte "St. Georgen" in Lindenau, das Erzgebirgsstadion in Aue, die Heimatecke Waschleithe und das Köhlerdorf Sosa, wo die Blauröcke aus dem Ort eine Nachmittagsrast organisiert hatten. "Die Feuerwehrleute haben das prima gemacht, und die Bänke gleich drinnen aufgestellt. Denn nach der Abfahrt am Besucherbergwerk Waschleithe erwischte uns ein Regenschauer. So konnten wir uns in Sosa alle ein bisschen trocknen", so Siegert. Am Abend gab es noch ein gemütliches Beisammensein mit Leckereien, Maschinenvorführung und Livemusik der jungen Neustädtler Band Surrogation.


Auch das genossen Mario Michall und die anderen Gäste aus nah und fern sichtlich. Seinen Berliner Roller hatte er 1985 vom Vater übernommen und bis zur Wende gefahren. "Dann ruhte das Hobby bis vor sieben Jahren. Ich baute den Roller wieder auf und bin seither regelmäßig bei Treffen damit auf Achse."

Auch bei Karin und Roland Schenk war die Stimmung blendend. "Wir sind das Rollerhaus Leipzig", sagte sie und lachte. Drei Bewohner dieses Hauses sind Fans der Berliner. "Diesmal sind wir zwar nicht vollzählig da." Aber der guten Laune tat das keinen Abbruch. Den Zusammenhalt in der Roller-Familie schätzen die Messestädter sehr. Roland Schenk fährt einen Berlin SR 59 des Baujahrs 1959. Seit 15 Jahren schon ist er damit unterwegs. Und freut sich stets auf das Treffen, das aller zwei Jahre in Neustädtel stattfindet. Herbert Leonhardt vom EOC wird das gern hören. Mit Steffen Siegert baute er einst Troll auf, und zusammen besuchten beide die Treffen in Ludwigsfelde, wo die Roller vom Band liefen. Und organisierten irgendwann das eigene Treffen. "Es ist seither eine tolle Truppe zusammengewachsen. Es kommen auch immer neue Teilnehmer dazu", betont Herbert Leonhardt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...