Ehemalige Methodistenkirche wird Mehrgenerationenhaus

Die Gläubigen haben ihr Gemeindezentrum in Eibenstock vor fünf Jahren aufgegeben. Danach kaufte die Stadt das Gebäude. Der Abriss drohte, konnte aber abgewendet werden.

Eibenstock.

Das als ehemalige Methodistenkirche bekannte Gebäude Karlsbader Straße 4 in Eibenstock soll so umgebaut werden, dass es mehrere Wohnungen in verschiedener Größe bietet. Das Projekt wurde von Bürgermeister Uwe Staab (CDU) in der jüngsten Stadtratssitzung vorgestellt.

Das Gebäude war bis vor fünf Jahren Sitz der evangelisch-methodistischen Gemeinde. Diese hatte sich wegen zurückgehender Mitgliederzahlen eine andere Heimstatt gesucht und das Haus an die Stadt Eibenstock verkauft. Seitdem hatte es verschiedene Vorstellungen zu seiner Sanierung gegeben. Wäre man bei seiner jetzigen Größe geblieben, wäre eine Wohnfläche von 300 Quadratmetern entstanden. Die benötigte hohe Investitionssumme dem gegenübergestellt, hätte sich das Projekt nicht gerechnet beziehungsweise wären zu hohe Mietpreise die Folge gewesen. Deshalb wurde diese Variante verworfen und neu geplant: eine Bebauung des Areals mit drei Gebäuden nach dem Abriss des alten Hauses. Doch auch in dem Fall wäre die Investitionssumme so hoch gewesen, dass ein wirtschaftlicher Schaden für die Wohnbaugesellschaft, die das Projekt trägt, entstanden wäre. Für einen Neubau gäbe es keine Förderung über das Programm Stadtumbau.

Anders sieht das aus, wenn man eine Sanierung im Bestand vornimmt. Und so wurden die Pläne erneut überarbeitet. Die Idee dahinter: Das vorhandene Dach, das keine sinnvolle Nutzung zulässt, herunternehmen und durch ein neues ersetzen. Damit würde mehr Wohnfläche geschaffen. Bei zwei kleineren, barrierefreien Wohnungen im Erdgeschoss, zwei größeren Wohnungen im ersten Obergeschoss und zwei Wohnungen über zwei Etagen im Dachgeschoss kommt man auf eine Wohnfläche von rund 680 Quadratmetern. Ein Anbau auf der Rückseite schafft mehr Wohnfläche, die Frontansicht des klassizistischen Gebäudes soll erhalten bleiben.

Die Investitionssumme für das Projekt liegt laut Staab bei ungefähr 1,6 Millionen Euro. Den Eigenanteil, den die Wohnbaugesellschaft zu tragen hätte, bezifferte der Bürgermeister auf 240.000 Euro. Über den Stadtumbau seien 719.000 Euro zu erwarten, und die Stadt würde noch einen Kredit über 641.000 Euro aufnehmen. Sechs Euro pro Quadratmeter Kaltmiete würden unterm Strich auf die Mieter zukommen.

Der Bürgermeister sprach von einem "Mehrgenerationenhaus", weil die Wohnungen im Erdgeschoss sicher für ältere Menschen geeignet seien, die größeren eher für Familien mit Kindern. Er hofft darauf, dass sich schnell Interessenten für die Wohnungen finden. "Das ist eine sehr attraktive Lage, dort am Stadtpark und mit einem schönen Blick auf den Skihang von Eibenstock."

"Es war uns wichtig, dass das Haus erhalten bleibt und in gute Hände kommt", sagt Thomas Schott, Gemeindevertreter der evangelisch-methodistischen Kirche für Eibenstock. Die Methodisten hatten das Haus, das bis Mitte der 1950er-Jahre als Gasthaus "Union" bekannt war, 1958 erworben und aus eigenen Kräften innerhalb weniger Monate zu einem Gemeindezentrum ausgebaut. Im Sommer 1959 war es geweiht worden. "Unsere Vorfahren haben Unglaubliches geleistet", begründet Schott das Interesse.

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