Eibenstocker Firma will durch Neubau weiter wachsen

Im Gewerbegebiet des Ortes entsteht eine Produktionshalle. Schon jetzt sucht das Unternehmen PTSE dringend neue Mitarbeiter.

Eibenstock.

Egal, ob nun Kleinteile von Faserstiften, Verschlüsse von Getränkekartons oder Endstücke von Blutfiltersystemen - alles muss im Produktionsablauf von A nach B transportiert werden. An diesem Punkt kommt eine Eibenstocker Firma ins Spiel, die Komplettlösungen für den Transport von Kleinteilen anbietet. PTSE ist ihr Name, das steht für Pneumatische Teiletransportsysteme Eibenstock.

Das Prinzip ist das gleiche wie bei der Rohrpost: Die Kleinteile fliegen mit einer Geschwindigkeit von 10 Metern pro Sekunde auf einem Luftstrom durch eine Edelstahl-Rohrleitung. Sie werden durchgepustet. "Der Kunde sagt, wo sie rausfallen sollen und wo er sie hinhaben will", erklärt Thomas Roßbach, der seit Mai 2017 Geschäftsführer der Eibenstocker Firma ist. Rohre, Bunker und sogenannte Abscheider werden zusammenmontiert. Zum Beispiel können Teile aus Kunststoff von einer Spritzgussmaschine zu einem Bunker, weiter zum Fördertopf des Montageautomaten und die montierten Teile anschließend zur Verpackung transportiert werden.

Die Förderanlagen haben einen geringen Energieverbrauch und sind laut Roßbach preisgünstig und platzsparend. Sie ermöglichen es, längere Distanzen zu überwinden als beispielsweise Förderbänder. Die Kleinteile können zudem auch in die Höhe befördert werden, auf bis zu zehn Meter. Transportiert werden können Teile aus Kunststoff und Holz, leichte Metallteile sowie Keramikteile. "Das einzige, was schlecht geht, sind kugelförmige Teile, die rollen im Rohr und fliegen nicht", sagt Roßbach. Möglich ist auch der Einsatz in Reinräumen. Das Know-how der Firma liegt in der besonders schonenden Förderung von empfindlichen Teilen. "Die Kunden schicken uns Teile zu und wir schicken sie über unsere Teststrecke, um zu sehen, ob sie mit unseren Systemen förderbar sind. Die Teile wiederum gehen an den Kunden zurück zur Qualitätskontrolle", erklärt Thomas Roßbach. So entstehen Sonderanfertigungen und Speziallösungen, auf die Bedürfnisse des Kunden angepasst.

Das hat sich offenbar herumgesprochen, denn die Zahl der Kunden wächst. Sie sind nicht nur europaweit, sondern auch in Brasilien, Israel und Saudi Arabien zu finden. Seit diesem Jahr gibt es auch Kunden in China und in den USA. Die Firma produziert zu 50 Prozent für den Export. Größere Anlagen werden vor Ort beim Kunden montiert, drei Mitarbeiter aus Eibenstock waren jetzt erst in Barcelona und konnten dadurch nicht am Richtfest der Firma für den Neubau im Gewerbegebiet "Am Steinbächel" in Eibenstock teilnehmen.

Um wachsen zu können, hat sich das Unternehmen für den Neubau entschieden. Der bisherige Sitz ist in der Mohrenstraße, wo man Miete zahlen musste. Dort ist man zudem an räumliche Grenzen gestoßen. Baubeginn war Anfang Juni, für Ende des Jahres ist der Umzug geplant. Dringend sucht die Firma einen Maschinenbauer und einen Ingenieur.


Zahlen, Daten, Fakten

Gegründet wurde die Firma 1998 von Dieter Funke, der aus dem Unternehmen ausgeschieden ist. Eigentümer von PTSE sind jetzt drei Gesellschafter, die in der Firma beschäftigt sind.

PTSE hat elf Beschäftigte, der Jahresumsatz 2017 lag bei 1,3 Millionen Euro.

Die neue Produktionshalle kostet 1,1 Millionen Euro, über das Programm "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" fließen vom Land Sachsen 30 Prozent Fördermittel. (ike)

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