Eine Rückkehr auf ganz leisen Pfoten

Die Wildkatze ist zurück in Sachsen. Auch im Erzgebirge wird sie vermutet. Doch der Nachweis ist sehr schwer.

Waschleithe.

Auf sanften Pfoten schleichen sie durchs Erzgebirge. Sie verstecken sich in Baumhöhlen und leben zurückgezogen vor allem in naturnahen Laub- und Mischwäldern. Es braucht schon viel Glück, um Wildkatzen beobachten zu können. "Die Wildkatzenforschung in Deutschland wird seit 2004 betrieben. In Sachsen beschäftigt sich der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) seit 2012 mit dem Projekt Wildkatzenforschung", erklärt Almut Gaisbauer.

Die 30-Jährige ist seit fünf Jahren Projektkoordinatorin Rettungsnetz Wildkatze Sachsen. Zum Weltkatzentag hielt sie in dieser Woche einen Vortrag im Multimediaraum des Natur- und Wildparkes Waschleithe. Dort läuft derzeit auch eine Sonderausstellung über die Rückkehr der Wildkatze.

Der Bestand dieser Tiere in Deutschland wird auf etwa 7000 geschätzt. "Erst im vergangenen Jahr konnten wir im Leipziger Auwald und in der Dübener Heide nachweisen, dass die Wildkatze nach Jahrzehnten wieder in Sachsen heimisch geworden ist", berichtet Almut Gaisbauer. Es werde angenommen, dass diese Tiere bereits mehrere Wälder im Freistaat zurückerobern konnten. "Außerdem helfen unsere Untersuchungen mit, um Gefahrenstellen frühzeitig zu erkennen und Schutzmaßnahmen einleiten zu können", so die Projektkoordinatorin.

Das Zerschneiden von Wäldern durch Straßen und große Agrarflächen sei das größte Problem für die weitere Ausbreitung der Europäische Wildkatze. "Das unterbindet die Wanderung der scheuen Waldbewohner von einem Lebensraum in den anderen", so Gaisbauer. Mit sogenannten grünen Korridoren aus Büschen und Bäumen könnten neue Wanderwege für die Wildkatze, aber auch andere Tier entstehen.

"Mit Informationsständen, Vorträgen und Ausstellungen weisen wir auf das Leben der Europäischen Wildkatze hin, weil wir festgestellt haben, dass viele Menschen diese Tiere gar nicht mehr kennen und sie nicht von einer Hauskatze unterscheiden können", sagt die 30-Jährige. Zu den markanten Merkmalen der Tiere gehöre ein buschiger Schwanz mit dunklen Ringen und stumpfem, schwarzen Ende, der dunkle "Aalstrich" auf dem Rücken bis zur Schwanzwurzel und immer ein fleischfarbener Nasenspiegel. Weil verwilderte Hauskatzen oft mit den extrem scheuen Wildkatzen verwechselt werden, könne der Nachweis nur über eine genetische Untersuchung geführt werden. Der BUND nutzt dafür Lockstöcke. Sie werden mit einer Baldriantinktur in der winterlichen Paarungszeit von Wildkatzen markiert. Anhand der Katzenhaare könne so eine Gendatenbank angelegt werden.

Die Sonderausstellung "Rückkehr auf leisen Pfoten - Die Europäische Wildkatze in Sachsen", ist noch bis zum 31. Oktober im Natur- und Wildpark Waschleithe zu sehen.

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