Förderer halten Verein auch in Krisenzeiten die Treue

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Die Geflügelzüchter und Heimatfreunde aus Alberoda sind durch Corona in Zahlungsnot geraten. Zwei ortsansässige Unternehmer helfen, die offenen Rechnungen zu begleichen.

Alberoda.

In schweren Zeiten zeigt sich wahrer Zusammenhalt. Diese Erfahrung machen derzeit die Mitglieder des Geflügelzüchter- und Heimatvereins Alberoda. Der 1899 gegründete Club hat schon viele Höhen und Tiefen erlebt - nun wurde Corona zum Prüfstein. "Es ist nicht leicht", sagt der Vorsitzende Gunter Faber und schickt sofort hinterher: "Natürlich hat die Pandemie andere viel härter getroffen. Aber auch wir bangen um unser Vereins- und Dorfleben, wie wir es kennen."

Größtes Sorgenkind: das Vereinsheim im Ortszentrum in direkter Nachbarschaft zur alten Schule - jetzt Kita - und dem Feuerwehrdepot. 2006 übergab die Stadt Aue das Gebäude an den Verein. Die Betriebskosten laufen weiter, obwohl der 62-köpfige Verein seit gut einem Jahr keine Einnahmen verbucht. "Unser Dorffest, das Auer Stadtfest - alles fiel aus. Das Gleiche gilt für Geflügelschauen und private Feiern, die uns Geld in die Kasse spülen", so Faber. Geheizt werden müsse dennoch. Auch die Ortspyramide vor dem Haus lief über den Stromzähler des Vereins. So summieren sich die Kosten. Trotzdem sei es an der Zeit für ein großes Dankeschön. "Zwei Unternehmer aus dem Ort helfen uns mit einer hohen dreistelligen Summe, um die Rechnungen zu begleichen", sagt Faber.

Diese rettende Unterstützung kommt von der Heizungsbaufirma Ina und Andreas Hager sowie von Thomas und Franz Dumcke, die seit 20 Jahren in Alberoda einen Oldtimer- und Ersatzteilhandel betreiben. "Die Hilfe ist nicht selbstverständlich", sagt Faber.

Für Franz Dumcke ist sie das allerdings durchaus. "Die Vereine erhalten ja von keiner Stelle Corona-Hilfen. Weder von der Stadt noch vom Land oder vom Bund." Es sei aber wichtig, sie zu erhalten. Denn es gebe ja eine Zeit nach Corona. "Und da wäre es wirklich schade, wenn unser bislang so reges Dorfleben zum Erliegen kommt, weil die Leute zwischendurch aufgeben."

Karsten Wilhelm als Ortsvorsteher der rund 800 Alberodaer freut sich ebenfalls über das Engagement der ansässigen Unternehmer. "Sie haben auch die Aktivitäten des Vereins als treue Partner stets unterstützt." Dass sie jetzt in der Krise zur Stange halten, sei klasse. "Es hilft durch diese schwere Zeit, die wohl für alle langsam zur echten Belastungsprobe wird", sagt Wilhelm.

Faber und seine Mitstreiter wollen im Mai wieder loslegen - mit dem Dorffest, wenngleich in abgespeckter Form. "Die Verträge haben wir auf Abruf gemacht und hoffen, die Lage lässt es zu", so Faber.

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