Frauen eröffnen Laden nur für zehn Tage

Morgen startet der Schwarzenberger Weihnachtsmarkt und mit ihm der erste Pop-up-Store. Doch was ist das? Und wer macht so etwas?

Schwarzenberg.

Die Marktbuden stehen und sind dekoriert, die Beleuchtung funktioniert, ebenso die Beschallung. Der Aufbau des Schwarzenberger Weihnachtsmarktes hat die Anlieger der Altstadt wieder eine Woche in Atem gehalten.

Morgen geht es dann los. Der Markt öffnet 11 Uhr und mit ihm der erste Pop-up-Store in Schwarzenberg. Doch was ist das? Wörtlich übersetzt steht Pop up für "auftauchen" oder "erscheinen". Und wenn etwas auftaucht, dann ist dies oftmals nur für kurze Zeit. Genau das verbirgt sich dahinter: Ein Geschäft, das nur für einen kurzen Zeitraum öffnet. In diesem konkreten Fall ist es das ehemalige "Mini-Textil" unterhalb vom Ratskeller. Ein Eckgeschäft in bester Lage und nahezu barrierefrei erreichbar. Nur mit dem Manko versehen, dass es seit Jahren leer steht. Das wird sich für die nächsten zehn Tage ändern. Denn dort wollen Heidi Rahm und Antje Grass, zwei verrückt-kreative Frauen aus dem Vogtland, kurzzeitig einen Laden öffnen und ihre Produkte anbieten. Ihre Handarbeiten sind trendig, witzig, ausgefallen, liebevoll und ideenreich. Da gibt es lustige Häuserlampen fürs Kinderzimmer ebenso wie Jute-Taschen mit flotten Sprüchen oder motiv-bestickte Ledertaschen, kuriose Karten und genähte Schreibhüllen mit dem passenden Briefpapier.

Antje Grass war es, die den Laden bei einem Bummel durch die Stadt entdeckt hatte. So eine tolle Ladenlage, dachte sie sich und startete eine Anfrage an den Vermieter. "Ich hab' bei einem solchen Pop-up-Projekt schon mitgemacht und war sehr zufrieden", sagt Antje Grass. Als sie dann noch erfahren habe, wie beliebt der Weihnachtsmarkt ist, ging sie in die Spur, um das Ladenlokal anzumieten. Der Schock kam erst bei der Besichtigung: "Der Geruch hier drin hat mich zunächst umgehauen", sagt die 52-Jährige. Doch mit Hilfe der fürs Objekt zuständigen und hiesigen Hausverwaltung, die übrigens an einer festen Neuvermietung sehr interessiert ist, und mit eigenen Tricks und Kniffen haben die beiden Frauen den Laden jetzt respektabel eingerichtet. "Für die zehn Tage wird's gehen", sagt auch Heidi Rahm. Beide Frauen haben sich über ihr kreatives Tun kennengelernt. Sie "ticken gleich" und haben ausgefallene Ideen. "Mir waren Quittungsblocks immer zu langweilig", sagt Heidi Rahm und zeigt, was sie daraus gemacht hat. Solche Quittungen zaubern selbst jedem Steuerberater ein Lächeln ins Gesicht. Sie hat auch das beliebte Rausschmeißer-Würfelspiel im Angebot - allerdings in der waschbaren Variante und zum Mitnehmen im Reisegepäck. Oder ein genähtes Etui für Haarspangen, und auch die gibt es mit Weihnachtsmann & Co.

Etwas enttäuscht zeigten sich die Frauen als es am Mittwoch plötzlich hieß: "Vor ihre Tür kommt aber noch ein großer Grillstand." Damit geht es ihnen nicht anders als den vielen angestammten Geschäfte in der Innenstadt, die sich zwar auch auf den Markt und die Tausenden Besucher freuen - ihre Schaufenster und Türen nun aber durch Buden verdeckt werden. Deshalb der Tipp an alle Besucher: Ein Blick hinter die Buden mit Bratwurst und Glühwein lohnt sich. Denn auch da wird man in Schwarzenberg, was originelle Geschenkideen angeht, überall fündig.

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