Haus Schlossblick: Stadt senkt Mindestgebot auf 200.000 Euro

Die vor 110 Jahren gebaute Villa in bester Lage von Schwarzenberg steht seit April zum Verkauf. Die erste Ausschreibung wurde zweimal verlängert, bescherte der Immobilie trotzdem keinen neuen Eigentümer. Nun gibt es einen weiteren Anlauf.

Schwarzenberg.

Sollte diese Villa in Schwarzenberg etwa zum Ladenhüter werden? Oder war beim Festlegen der Preisvorstellung doch zu sehr nur der Wunsch der Vater des Gedankens, wie es Stadtrat Frank Weihrauch von Pro SZB im Frühjahr 2019 formuliert hatte? Als Mindestpreis für die als Haus Schlossblick bekannte Immobilie am Krummen Weg hatte die Stadt als Eigentümerin 325.000 Euro aufgerufen - per Ratsbeschluss. Doch obwohl die Kommune die im April veröffentlichte Ausschreibung sogar zweimal verlängerte, gab es keinen Zuschlag. Nun wird ein erneuter Anlauf gestartet: mit einem auf 200.000 Euro gesenkten Mindestgebot.

Verkauft werden das 110 Jahre alte Gebäude, zuletzt als Seniorenclub genutzt, und das 1230 Quadratmeter große Grundstück in bester Lage mit Blick auf Schloss und Kirche. Dass der Mindestpreis nun allerdings um 125.000 Euro tiefer als in der ersten Ausschreibung angesetzt ist, geht auch auf eine intensive Diskussion der Stadträte im Verwaltungsausschuss zurück, wie Yves Schwengfelder (CDU) erklärte: "Der Investitionsbedarf im und am Gebäude ist erheblich, um es heutigen Erfordernissen anzupassen." Das gilt laut der Hauptamtsleiterin Sylvia Mack "unabhängig vom Nutzungskonzept, wie sich in Begehungen mit Interessenten, teils fachlich begleitet durch Planungsbüros, bestätigt hat". So wird der "Nachlass" begründet, zumal das jetzige Mindestgebot noch immer über dem Verkehrswertgutachten liegt, das ein Zschopauer Sachverständigenbüro erarbeitet hat. "Das geht vom reinen Sachwert aus und nennt eine Summe in Höhe von 153.000 Euro", so Mack. "Nicht berücksichtigt sind dabei zum Beispiel die attraktive Lage des Grundstücks und die aktuell gute Nachfragesituation, was Wohneigentum sowie andere Wohnformen betrifft."

Natürlich gibt es Interessenten für die Villa, die einst für die Pfarrerfamilie Großmann errichtet worden war und seit 1973 der Stadt gehört. Nach der ersten Ausschreibung lagen Ende August 2019 zwei Angebote vor. Ein Immobilienbüro machte zwar ein Preisangebot, doch keine Angaben zu einem geforderten Nutzungskonzept und zu Kaufinteressenten. "Wir forderten das Büro zum Offenlegen dieser Angaben auf, die Frist ist ohne Reaktion verstrichen", so Mack. Die zweite Offerte lag sogar über dem Mindestgebot und war mit einem Konzept verbunden, hatte aber ebenfalls einen Haken: Der Interessent ging von einer hohen Investitionssumme aus - und von einem Sanierungszuschuss der Stadt für das denkmalgeschützte Haus. "Das Objekt liegt nicht in einem Sanierungsgebiet, so dass dort keine Förderprogramme greifen", erläutert die Hauptamtsleiterin. "Und den Erlös für die Stadt aus dem Verkauf durch einen Zuschuss zu schmälern, wäre eine indirekte Veränderung der Angebotsbedingungen und von daher nicht rechtskonform."

Die Stadt favorisiert für die Immobilie eine Nutzung zu Wohnzwecken. Gewerbliche Nutzungen, wie sie in reinen Wohngebieten zulässig sind, schließt sie jedoch nicht aus.

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