Holzschuhtanz im Sockendorf

Das Altstadtfest in Johanngeorgenstadt stand diesmal ganz im Zeichen der Holländer.

Johanngeorgenstadt.

Gegen 17 Uhr am Sonnabend riss der Himmel ein wenig auf über dem Altstadtfest von Johann'stadt. Genau im richtigen Moment, um den holländischen Holzschuhtänzerinnen ein paar Sonnenstrahlen zu schicken. Die klapperten in ihren weiten Röcken, Schürzen und den weißen Hauben mit bunt bemalten Klompen tanzend durchs sogenannte Sockendorf. "Auf die Bühne trauen sie sich nicht. Sie haben Angst, dass die beim Tanzen einstürzt", erzählte Edeltraut Götz. Sie gehört zum Team, welches das Altstadtfest 2010 wiederbelebt hat. Wie viele Mitwirkende trug sie die historische Kleidung der Niederländer. Röcke und Schürzen hatte Moderatorin Theresia Feuerherm genäht, die Holzschuhe, also die "Klompen", in Holland bestellt. "Klompen, Kaas und Tulpjes" lautete das Motto des diesjährigen Festes.

Die Idee war Theresia Feuerherm gekommen, als sie mit einer Reisegruppe in dem Nachbarland unterwegs gewesen ist. Und so wehten am Veranstaltungsort in der Exulantenstraße vor der "Sockendorfer Hutzenstub" die rot-weiß-blauen Fähnchen, drehten sich die Flügel einer selbst gebauten Windmühle, zeigten Bilder Holländer in Tracht, zierten Tulpen die Bühne und Biertische. Die füllten sich anfangs nur zögerlich. Denn zum Festauftakt nieselte es eine ganze Weile. "Das ist schade. Aber wir sind hier ja einiges gewöhnt", meinte ein Johanngeorgenstädter, der trotzdem gleich zu Festbeginn gekommen war.

Dass es mit dem Wetter klappt, ist für Gabriele Lorenz vom Traditionsverein Altstadtfest auch aus ganz praktischen Gründen wichtig. Denn dann wird alle, was die Männer und Frauen an Kuchen gebacken, an Speckfettbemmen geschmiert, an Bratwürsten und Bier eingekauft haben. Um die 800 bis 1000 Besucher kommen jedes Jahr. "Für etliche ehemalige Bergstädter ist das Altstadtfest ein Anlass, wieder mal in die Heimat zu fahren. "Ein ganz fester Termin für uns", erzählte eine junge Frau, die inzwischen im Westen Deutschlands lebt.

Für die ehrenamtlichen Organisatoren bedeutet das Fest ein halbes Jahr Vorbereitung und sie sagen jedes Mal: "Nächstes Jahr wird es das letzte Fest", so Theresia Feuerherm. Aber dann machen sie doch weiter. Unter anderem weil es genug junge Leute gibt, die mithelfen. Und auch wegen des Zusammenhaltes. "Das", meint Edeltraut Götz, "ist das Schönste".

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