"Ich wollte immer Gastgeberin sein"

Wer nach 40 Jahren in der Gastronomie noch immer nicht aufhören mag, der hat viel richtig gemacht. Turbulenzen inbegriffen.

Pöhla.

Was denn, ist das schon 40 Jahre her? Wer so fragt, dem hat sein Job viel Freude bereitet. Christine Leicht ist so ein Mensch. Mag es an ihrem Namen liegen, dass sie das Leben leicht oder all die Sorgen, die sie sehr wohl hat und kennt, nicht so schwer nimmt? Es sei dahingestellt. Fakt ist: Sie ist eine Gastwirtin, wie man sie aus Filmen kennt. Nur denkt man da oft: "Alles überzogen dargestellt!" Doch bei Christine Leicht ist alles echt - echt Erzgebirge, echt herzlich, echt lecker.

"Ich wollte immer Gastgeberin sein", sagt sie selbst. 1978 - vor genau 40 Jahren - übernahm sie mit ihrem damaligen Lebensgefährten in Pöhla die Konsumgaststätte, vormals "Deutsches Haus". Damals sicherte sie die Mittagessenversorgung von Arbeitern. Die mussten sogar Essenmarken kaufen.

Nach der Wende übernahm sie am 1. Oktober 1990 die Gaststätte in Eigenregie. 1993 stemmten alle, Christine Leicht, Tochter Katrin und das Team, einen grundhaften Um- und Ausbau in nur drei Monaten. Im Dezember 1993 öffnete das neue Haus der Gastlichkeit als Landgasthof "Vugelbeerschänke". Dieser Name ist als Hommage an August Max Schreyer gedacht, jenen aus Johanngeorgenstadt stammenden und später in Pöhla wirkenden Oberförster, der das Lied vom "Vugelbeerbaam" gedichtet hat. Dieses Lied steht sinnbildlich für jene erzgebirgische Gemütlichkeit, die fortan in diesem Haus gelebt und jedem Gast zuteil werden sollte - im Landgasthof mit Übernachtungsmöglichkeiten.

Gastronomie und Hotel unter einem Dach - keine leichte Aufgabe in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit in der Region. Der Tourismus steckte damals noch in den Kinderschuhen. Doch das gute Essen und die Herzlichkeit des Hauses stießen immer mehr auf Zuspruch. Bald reichten die 60 Plätze in der Gaststätte nicht mehr aus, um allen Anfragen gerecht zu werden. 1996 wurde angebaut. Eine Scheune, in der 80 Leute Platz finden und gut feiern können. Heute heißt es: "Bis Jahresende sind wir eigentlich schon ausgebucht."

Christian Leicht, der 1997 als Schwiegersohn ins Geschäft einstiegen war, übernimmt ab Jahresanfang 2019 die Leitung. "Ich bleib natürlich da", so die Seniorchefin, die auf ihr tolles Team verweist: "Jetzt macht's richtig Spaß, in unserer Mannschaft weiß jeder, worum es geht. Nur das zählt, dann sind alle zufrieden." Am Samstag wird die 40 in Pöhla zünftig gefeiert.

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