Ihr Anspruch ans musikalische und gesellige Miteinander ist hoch

Sie nennen sich "Back to Life" - Musik und Glaube verbindet sie - Aber warum treten sie nur so selten auf?

Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, die christliche Botschaft über gut gemachte Musik zu transportieren. Was vor 15 Jahren begann und heute noch immer funktioniert, muss etwas Besonderes in sich bergen. Darüber sprach Beate Kindt-Matuschek mit dem Leiter der Gruppe, Gerald Olschewski.

"Freie Presse": Seit 15 Jahren gibt es die Band "Back to Life" oder sollte man lieber Chor sagen, weil die Sänger deutlich in der Überzahl sind?

Gerald Olschewski: Ja, das ist etwas schwierig. Denn richtig ist, die Sänger sind bei uns mit zwölf, eigentlich 14, klar in der Überzahl. Derzeit sind zwei Stimmen unbesetzt. Allerdings sind unsere vier Musiker ebenso wichtig. Deshalb nennen wir uns einfach Chor & Band "Back to Life".

Übersetzt heißt das "Zurück ins Leben". Ist der Name Programm oder als Denkanstoß gedacht?

Ich denke beides. Natürlich wollen wir über unsere Musik die christliche Botschaft vermitteln, mitteilen, was uns wichtig ist. Und wir möchten schon gern die Zuhörer dazu anregen, darüber nachzudenken, was wirklich im Leben zählt.

Was zählt für Sie und Ihre Mitstreiter?

Dass wir Spaß haben an dem, was wir tun. Das ist uns wichtig. Denn für uns alle ist das unsere Freizeit, und die will man ja gern mit Freunden verbringen. Wir sind so eine Truppe, die nicht auf Kommerz aus ist, sondern selbst Freude an der Musik empfindet.

Ist es nicht enorm schwierig, bei 17 Leuten einen gemeinsamen Probentermin zu finden?

Nein, den haben wir. Den gibt es seit Jahren. Wir treffen uns an jedem letzten Sonntag im Monat. Das ist unser Nachmittag mit Kaffee und Kuchen, Pausen zum Quatschen, echt anstrengender Probenarbeit und allem Drum und dran. Denn immerhin haben wir auch Mitglieder, die inzwischen in Dresden zu Hause sind, dort leben und arbeiten.

Wie das?

Das hat sich durch Beruf und Arbeit so ergeben. Entstanden sind wir ja aus dem einst wirklich guten Chor des Pestalozzigymnasiums in Johanngeorgenstadt, den damals meine Frau Andrea geleitet hat. Irgendwie wollten wir das nicht untergehen lassen, als die Schule aufgelöst wurde. Und mit Martin Reinhold haben wir bis heute einen der damaligen Absolventen als Stimme mit im Chor. Er ist es übrigens auch, der heute mit seiner Familie in den Landeshauptstadt lebt, als Krankenpfleger arbeitet und uns doch treu ist.

Worauf legen Sie Wert bei der Arbeit am Repertoire?

Unser Repertoire ist sehr breit gefächert. Also wir machen keineswegs nur Spirituals und Gospels, aber das sind natürlich musikalisch anspruchsvolle Sachen. Wir legen wirklich Wert auf Qualität. Schließlich soll der Zuhörer verstehen, was wir singen. Nur dann kann man ja eine Botschaft überbringen. Und wir haben mittlerweile auch viele populäre Stücke im Programm. Das kommt immer gut an, es freut die Leute und somit auch uns.

Was würden Sie als ein besonderes Schmeckerchen sehen?

Besonders ausgefallen, aber eben sehr schön ist unser afrikanischer Titel "Siyanibingelela". Immer wieder gern, und so auch am Samstag, singen wir den Titel "So viele Tage ohne Gott", den hat Christoph Hähnel geschrieben und komponiert. Er war bis 2008 unser Bandchef. Mittlerweile leitet Toni Plewe die Band und arrangiert viele Stücke speziell für unsere Besetzung.

"Back to Life" ist aber nicht gerade oft in der Region zu hören?

Nein, eher nicht. Es sind zwischen fünf bis acht Auftritte pro Jahr. Ich muss aber dazu sagen, wir werben auch nicht. Das ist in etwa das Schaffbare für uns. Viele wohnen ja auswärts und sind durch Beruf und Familie gebunden. Wir konnten bislang die Nachfragen gut absichern.

So viele Leute, scheuen die Veranstalter da etwa die Kosten?

Also wir sind absolut bezahlbar. Ich sagte ja schon, wir sind nicht kommerziell. Wir gestalten Gottesdienste und kleine, eigene Konzerte.

Und es soll am nächsten Samstag ein Festkonzert geben. Verraten Sie etwas mehr darüber.

Natürlich gern. Wir laden dazu erneut in die Christuskirche nach Beierfeld ein. Es ist ein musikalischer Gottesdienst zu unserem 15-jährigen Bestehen. Wir wollen mit den Gästen in der Chronik blättern, haben dazu nette Geschichten ausgegraben und tolles Licht. Pfarrer Friedemann Müller wird ein paar Worte sagen. Mehr verrate ich lieber noch nicht ...

Sie sagten, dass derzeit zwei Stimmen unbesetzt sind?

Ja, wir bräuchten eine Alt-Stimme bei den Frauen und eine Männerstimme. Da wäre es egal, ob Tenor oder Bass. Aber wir sind kein Chor, in dem jeder mal eben so mitsingen kann. Maximal 14 Sänger, und jede Stimme wird einzeln abgenommen. Das ist schon ein anderer Anspruch.

Und vom Alter her?

Da sind wir ebenfalls gut gemischt: Von 17 bis 50 Jahre. Alter ist kein Einstellungskriterium, sondern die Lust an der gemeinsamen Sache.

Musikalischer Gottesdienst mit "Back to Life" am 5. November , 16 Uhr in der Christuskirche zu Beierfeld.

www.facebook.com/backtolifemusic

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...