Immer noch wie eine große Familie

Evangelische Kindertagesstätte in Wildenau feiert Jubiläum. Doch nicht nur evangelische und katholische Kinder werden dort betreut.

Schwarzenberg.

So viel Konstanz gibt es nur in wenigen Einrichtungen: Drei von insgesamt sieben Mitarbeitern der evangelischen Kindertagessstätte St. Georgen in Schwarzenberg Wildenau sind seit 25 Jahren dabei. Ein Vierteljahrhundert feiert also nicht nur die Kita, sondern auch Leiterin Kerstin Hilbert, ihre Stellvertreterin Lucienne Korb und die technische Kraft für die Küche, Annette Ficker.

"Die Idee kam damals von der Kirche", erinnert sich Kerstin Hilbert. "St. Georgen wollte schon immer mal einen Kindergarten übernehmen." Als die Stadt vor 25 Jahren nach Trägern für die verschiedenen Einrichtungen suchte, war schließlich der Moment gekommen. Die städtische Kita ging in Trägerschaft der Kirchgemeinde über. Strippenzieher - im positiven Sinne - war damals Pfarrer Christian Haustein. Er lotste auch Kerstin Hilbert, die zuvor gemeinsam mit Lucienne Korb im Kinderland in Sonnenleithe gearbeitet hatte, nach Wildenau. "Wir haben damals am 1. September 1993 mit 37 Kindern und vier Erziehern angefangen", sagt Hilbert. Sie weiß noch genau, dass es drei Gruppen und eine technische Kraft gab. Schon im Februar 1994 habe man die fünfte Erzieherin eingestellt und im Mai desselben Jahren Verstärkung für die Küche geholt.

"Es war eine große Herausforderung ein solche Einrichtung als Leiterin zu übernehmen und sie aufzubauen", sagt Hilbert, die nicht nur das religionspädagogische Konzept reizte, sondern auch das Familiäre. "Wir kamen ja aus einer großen Einrichtung", sagt Korb. Ihre Chefin ergänzt: "Hier waren wir plötzlich wie eine Familie." Obwohl die mittlerweile 54 Mädchen und Jungen von fünf Erzieherinnen betreut werden und in der Küche zwei Mitarbeiterinnen arbeiten, habe sich dieser familiäre Charakter bis heute gehalten. "Bei uns kennt jeder jedes Kind namentlich", so Hilbert, die sogar eine Zusatzqualifikation machte, um das religionspädagogische Konzept umzusetzen.

Dieses findet sich in verschiedenen Bereichen wider. So gehören Tischgebete zum festen Tagesablauf, ist jeder Montag ein Andachtstag und werden Geschichten aus der Bibel vorgelesen. "Zirka einmal im halben Jahr kommt uns auch Pfarrer Zink besuchen", so Hilbert.

Darüber hinaus sei man ein ganz normaler Kindergarten, mit ganz normalen Kindern, die aus verschiedenen sozialen Situationen kommen. Der Großteil sei evangelisch gebunden, einige katholisch, andere seien ganz ohne Konfession und drei Kinder kommen sogar aus muslimischen Ländern. "Das ist für uns kein Problem, allerdings müssen die Eltern mit unserem religionspädagogischen Konzept einverstanden sein", so Hilbert.

Da in der Wildenauer Einrichtung Steppkes im Alter von zwei bis sieben Jahren spielen und lernen, gibt es auch eine reine Kinderkrippengruppe mit sieben Plätzen und eine Vorschulgruppe.

Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren investiert. Zu den ersten Aufgaben gehörte der Umbau des Spielplatzes. "Er musste sicherer und vor allem attraktiver werden", erinnert sich Hilbert.

An diesem Samstag soll das 25-jährige Bestehen der Einrichtung gefeiert werden, dazu ist um 10 Uhr eine Feierstunde geplant, anschließend gibt es ein Fest, zu dem auch ehemalige Erzieher und Kinder eingeladen sind.

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