In Hormersdorfer Gasthof ist die DDR auferstanden

Haushaltsgeräte, Putz- mittel und natürlich Spielzeug: Die Ausstellung, die jetzt in dem Zwönitzer Ortsteil zum Besuch einlädt, ist eine Reise in die Vergangenheit.

Hormersdorf.

Am Montag dieser Woche hätte die DDR ihren 70. Geburtstag gefeiert. 40 Jahre bestimmten Produkte den Alltag in der Deutschen Demokratischen Republik. Mit der Wende verschwanden die meisten. Nun wird zu einer unterhaltsamen Zeitreise in Hormersdorf eingeladen. Ab dem heutigen Sonnabend präsentieren die Mitglieder des Erzgebirgszweigvereins im Saal des Gasthofs Löwen jene Stücke aus ihren heimischen Abstellkammern, Oberböden und Kellern, die vom Leben in der DDR erzählen. Auch heute noch im Haushalt gebräuchliche Utensilien werden vorgestellt.

"Dazu zählen Küchengeräte und Geschirr, Textilien und Rundfunkgeräte, Kommunikationsmittel und Sportartikel", erzählt Regine Seifert, eine der Initiatorinnen der Schau und zugleich Ausstellerin. "Wir präsentieren auch Spielsachen, Berufsbekleidung und Druck-Erzeugnisse", fügt Wolfgang Lohr hinzu. Der Jahnsbacher Ortschronist steuert auch hochprozentige Wässerchen zu. Gelernte DDR-Bürger dürften die begehrten Wein- und Schnapskreationen à la Murfatlar, Skat-Kräuter, Kreuz des Südens oder Plauener Spitze - ein Kakao-Likör - noch kennen. "Zu den bekannten Druck-Erzeugnissen zählen Versandhauskataloge, die es in Zeiten der Tausend Tele-Tipps noch gab, oder die bei Kindern beliebte ABC-Zeitung." Eines der ältesten Bücher ist ein Taschenbuchkalender der Kasernierten Volkspolizei von 1954. "Ein Teil der Schau ist der Freizeittätigkeit gewidmet. So werden Handarbeitserzeugnisse jener Zeit ausgestellt. Beispielsweise auch Schmuck, der aus Wäscheklammern hergestellt wurde." Gestandene Hausfrauen können in Hormersdorf noch einmal den Reinigungs- und Putzutensilien des Ostens begegnen. Und den Esda-Mitarbeitern von einst dürften die Strumpfwaren für den Export in den Westen oder die Erinnerungsgeschenke sehr bekannt vorkommen.

"Wir denken, jetzt zum 30. Jahrestag der Wende einen geeigneten Zeitpunkt für diese Ausstellung gefunden zu haben. Spätestens, wenn 2020 dann die Jubiläen der Währungsunion und des Vereinigungstages anstehen, dürfte es derartige Schauen wohl vielerorts geben", so die Vereinschefin. "Wir wollen nicht verklärend zurückblicken, vielmehr mit einer Portion Selbstbewusstsein auf das Geleistete verweisen und uns an einige Artikel erinnern." So manche Emotion hänge an einem Bekleidungsstück, einer Urkunde oder einem Teil aus dem Arbeitsleben. "Wir wollen zeigen, wie es war, miteinander ins Gespräch kommen und jungen Leuten Geschichte erlebbar machen", so Regine Seifert.

Die Ausstellung öffnet am heutigen Samstag und ist bis zum 20. Oktober täglich von 14 bis 18 Uhr zu sehen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...