Insolvenzverwalter sieht Zukunft für Holzwerkstätten Globenstein

Das Unternehmen mit 155-jähriger Traditionslinie ist in Finanznot geraten. Die Auftragslage konnte aber stabilisiert werden - das nährt die Hoffnungen der etwa 30 Mitarbeiter.

Rittersgrün.

Nachdem im März für die Globensteiner Holzwerkstätten GmbH im Breitenbrunner Ortsteil Rittersgrün auf Antrag von Geschäftsführer Frank Flemming ein Insolvenz-Eröffnungsverfahren eingeleitet worden war, läuft nun am Amtsgericht Chemnitz das Insolvenzverfahren. Insolvenzverwalter ist, wie schon im Eröffnungsverfahren, der promovierte Rechtsanwalt Jörg Schädlich. Frank Flemming fungiert in enger Abstimmung mit dem Verwalter auch weiterhin als Betriebsleiter. "Auf das Wirken von Herrn Schädlich und auf die Treue unserer Kunden setzen wir große Hoffnungen", hatte er im März gesagt. Und jetzt: "Was in den zurückliegenden Wochen geleistet und erreicht wurde, macht Hoffnung, dass die 155-jährige Traditionslinie unseres Unternehmens nicht abreißt."

Der Insolvenzantrag war in erster Linie dem Umstand geschuldet, dass ein Hauptkunde sein Auftragsvolumen deutlich zurückgefahren hatte. Nach einer betriebswirtschaftlichen Analyse der Holzwerkstätten, die auf das Fertigen von Untergestellen für Polstermöbel spezialisiert ist, erklärte Schädlich nun auf Anfrage von "Freie Presse": "Der Geschäftsbetrieb der Schuldnerin wird im jetzigen Verfahren in vollem Umfang weitergeführt. Ziel bleibt es, für das Unternehmen eine dauerhafte Sanierungslösung zu finden, ob mit einem Insolvenzplan oder in Form einer übertragenden Sanierung."


Grund zu Optimismus gibt die Aussage von Jörg Schädlich, dass sich die Auftragslage durch intensive Verhandlungen mit Hauptauftraggebern bereits stabilisiert habe. "Die verbliebenen etwa 30 Mitarbeiter und die Geschäftsleitung sind hoch motiviert, zum Gelingen der Fortführung beizutragen. Parallel dazu wird die Investorensuche angeschoben", so der Rechtsanwalt. Er betont: "Eine Schließung steht derzeit überhaupt nicht zur Debatte." Das freut auch Ortsvorsteher Thomas Welter: "Der Betrieb ist wichtig, jeder Arbeitsplatz ist wichtig."

Betriebsleiter Flemming weiß, dass Verhandlungen mit weiteren Hauptkunden anstehen. Die aktuelle Situation habe es ihm aber bereits ermöglicht, eine der Kündigungen zurückzuziehen. Er hatte sich gezwungen gesehen, vier Leute, die in Probezeit waren, zu entlassen und zwei weiteren Arbeitnehmern zu kündigen. "Im Herbst können wir vielleicht weitere Leute ins Boot holen." Das hänge auch damit zusammen, dass die Auftragslage in der Branche jahreszeitlich schwankt.

Zusätzlich überschattet wird die durch das Insolvenzverfahren ohnehin schwierige Situation für das Unternehmen durch den Tod von Dieter Flemming. Der Vater des jetzigen Betriebsleiters war am Sonntag im Alter von 83 Jahren gestorben. Stets hatte er regen Anteil an der Entwicklung des Familienbetriebes genommen und sich besonders auch für die Reprivatisierung 1990 stark gemacht. Nach einem Insolvenzantrag stellte die Flemming & Co. GmbH am 20. Juli 2007 die Produktion ein. Doch es gelang eine übertragende Sanierung. Seit 13. August 2007 produzieren die Globensteiner Holzwerkstätten - Dieter Flemming war deren erster Geschäftsführer.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...