Kein Alleingang: Zwei Städte legen los in Sachen Welterbe

Schwarzenberg und Schneeberg wollen zusammen erste Angebote für Gäste entwickeln, die die noch junge Welterberegion Erzgebirge besuchen. Mitstreiter sind willkommen.

Schwarzenberg/Schneeberg.

Dem Jubel nach dem Verleihen des Unesco-Welterbetitels fürs Erzgebirge im Sommer 2019 folgte ziemlich schnell die Frage: Und nun?

Nun muss das Ganze mit Leben gefüllt und es müssen buchbare Angebote für Gäste entwickelt werden. So erklärte es damals Matthias Lißke, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Erzgebirge, die den jahrelangen Bewerbungsprozess forciert hatte. Einen konkreten Schritt "vom Bewerbermodus in den Vermarktungsmodus", wie es am gestrigen Dienstag hieß, sind nun die beiden Städte Schwarzenberg und Schneeberg gegangen. Sie haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die eine intensive Zusammenarbeit und den regen Austausch für das Erstellen touristisch buchbarer Angebote beinhaltet. Jetzt sei es an den Akteuren, Einrichtungsleitern sowie den engagierten Menschen in der Region, Produkte zu entwickeln, mit denen die reiche Geschichte der Region und die historische Bedeutung des Erzgebirges Gästen und Einheimischen gleichermaßen vermittelt werden kann. Die Vertragsunterzeichnung fand im Herrenhof Erlahammer statt, der am Fuß der Bergbaulandschaft Rother Berg Erla steht und einer der 22 Bestandteile der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří ist.

Schwarzenbergers Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU) sprach davon, dass nun die eigentliche Arbeit beginne und die Erwartungshaltung vieler Leute groß sei. "Jetzt muss es losgehen", so die Gastgeberin. Schneebergs Bürgermeister Ingo Seifert (Bika/Freie Wähler) hob hervor, dass es sich dabei keineswegs um einen Alleingang der beiden Städte handle, sondern alle anderen Kommunen im Umfeld dies als Impuls verstehen sollten. Jeder Ort sei eingeladen, sich anzuschließen und das Netz aus Angeboten zügig zu erweitern. Einer, der dies für sich und seine kleine Kommune offenbar schon in Erwägung gezogen hat, ist Zschorlaus Bürgermeister Wolfgang Leonhardt, der als Gast begrüßt wurde.

Schneeberg hat mit Laura Marie Espig bereits vor zwei Jahren eine Frau in hauptamtlicher Position verpflichtet, die sich seither um die touristische Vermarktung kümmert. Sie und Dirk Weißbach, der Fachmann für Tourismus in Schwarzenberg, haben bereits erste Ziele formuliert und Aufgaben definiert. Eine davon lautet: "Die Partner in der Region, die etwas bieten, müssen sich finden." Heute heißt dies Netzwerkarbeit. Und zu dieser gehöre auch, dass sich mit Hilfe gezielter Wissensvermittlung über die jahrhundertelangen und prägenden Bergbautraditionen speziell bei jungen Leuten eine neue regionale Identität entwickelt, um authentisch zu bleiben.

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