Kirche lässt Kreuz in Schneeberg leuchten

Pfarrer Frank Meinel macht wegen Corona erneut eine Ausnahme

Schneeberg.

Die Stadt Schneeberg hat sich in diesem Jahr erstmals entschieden, ihre Weihnachtslichter nach dem 6. Januar weiterbrennen zu lassen. Die Anregung kam von Lothar Wetzel, dem Vorsitzenden des Erzgebirgszweigvereins Schneeberg-Neustädtel. Bürgermeister Ingo Seifert (Freie Wähler/Bika) hatte diesem Ansinnen zugestimmt.

Doch wie hält es die Gemeinde der St. Wolfgangskirche mit dem Ablichteln? Pfarrer Frank Meinel: "Bei uns hat sich die Tradition herausgebildet, am 6. Januar mit der Gemeinde um die Krippe zu gehen und damit symbolisch das Fest abzuschließen." Denn das Weihnachtsfest im engeren Sinne endet mit den Gottesdiensten an einem der höchsten Feste des Kirchenjahres, Epiphanias oder Dreikönigstag. Nach dem gregorianischen Kalender ist das der 6. Januar.

Wie der Pfarrer weiter erklärt, gehört zum Weihnachtsfestkreis die Adventszeit, das Weihnachtsfest mit zwölf Nächten und der Epiphaniaszeit. Letztere geht nach evangelischer Kirchenordnung bis zum Samstag nach dem letzten Sonntag nach Epiphanias, diesmal dem 6. Februar. Nach katholischer Tradition geht die Epiphaniaszeit bis zum 2. Februar, Maria Lichtmess. "In Kirchen und kirchlichen Gebäuden brennt bis zum Ende der Epiphaniaszeit der Weihnachtsstern. Die Lichter an den Kirchen und kirchlichen Gebäuden werden auf den 7. Januar gelöscht. In den Kirchgemeinden Neustädtel und Griesbach brennen die Lichter bis zum Ende der Epiphaniaszeit", so Meinel.

Im Frühjahr 2020 hatte sich die Gemeinde mit Auftreten der Coronakrise entschlossen, als christliches Zeichen der Hoffnung, das Turmkreuz anzuzünden. "Das wurde sehr stark angenommen. In diesem Jahr werden wir, da die Pandemie weitergeht, das Kreuz bis zum Ende der Epiphaniaszeit brennen lassen", erklärt der Pfarrer. In diesem besonderen Jahr könne es verstärkt seelische Hilfe sein, die Lichter länger zu haben. "Lasst gern eure Lichter solange brennen, wie es für euch gut und wichtig ist. Es kann tatsächlich gerade in dieser Zeit etwas Schönes für unsere Seelen sein", sagte der Pfarrer in seiner virtuellen Predigt vom 6. Januar. Zur wahren Einheit des Glaubens ist es für Meinel nicht nötig, gleiche Zeremonien zu haben: "Weder ist der, der es anders hält, ein schlechterer Freund des Erzgebirges noch ein schlechterer Christ." (tjm)

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