Krankenhaus als Patient - Klinik erneut mit Verlust

Ein Minus vermeldet das Bergarbeiter-Krankenhaus in Schneeberg für das vergangene Geschäftsjahr. Der Leiter hat aber Ideen, wie sich das Blatt wenden soll.

Schneeberg.

Eine Million Euro weniger Umsatz als geplant hat die Fachabteilung Chirurgie im vergangenen Geschäftsjahr gemacht - und so dem Bergarbeiter-Krankenhauses in Schneeberg ordentlich die Bilanz verhagelt. Das hat der kaufmännische Geschäftsführer Rolf Krebiehl den Stadträten auf ihrer jüngsten Sitzung berichtet. Statt einem Gewinn von gut 245.000 Euro stand am Ende plötzlich ein dickes Minus von rund 240.000 Euro zu Buche. Als Grund nennt er, dass die Anzahl der Einweisungen zurückgegangen sei, also Arztpraxen zuletzt weniger Patienten schickten.

"Ich kann nicht zur guten Laune beitragen", leitete Krebiehl seine Erklärung ein. Die Entwicklung 2017 sei schwierig gewesen. "Wir mussten Kürzungen im Leistungsangebot vornehmen, allerdings nicht zu Lasten der Patienten." So strich das Krankenhaus zum Ende des vergangenen Jahres zwölf Vollzeitstellen, unter anderem im Bereich der Intensivstation. Nun müsse man aufpassen, warnte er, dass das Eigenkapital nicht weiter schrumpfe.

Denn für die Einrichtung ist es nicht der erste Verlust. Bereits im Vorjahr hatte sich das Minus auf 360.000 Euro summiert. Krebiehl erklärte das 2017 mit einer Lohnerhöhung, die den Mitarbeitern zugute kam, aber nicht eingeplant war. Auch in den Jahren 2010 bis 2012 lief es alles andere als rund. In der Zeit verbuchte das Haus Fehlbeträge, die sich auf bis zu eine Million Euro beliefen. Von einer existenzbedrohenden Lage war damals die Rede. Und heute?

Angesichts des erneuten Verlusts stellte sich im Stadtrat die Frage, ob das Krankenhaus wieder um sein Überleben kämpfen muss. So kam Uwe Kaufmann (Linke) auf "insolvenzrechtliche Konsequenzen" zu sprechen, die im aktuellen Lagebericht als Risiko benannt werden. Krebiehl erklärt dazu auf Nachfrage der "Freien Presse": "Insolvenz ist kein Thema". Zwar könne man Verluste nicht beliebig oft wiederholen. Man habe aber den Vorteil, dass das Klinikum Chemnitz als Hauptgläubiger zugleich Hauptgesellschafter ist und auf die Eintreibung von Verbindlichkeiten verzichtet. Zudem erwartet der Geschäftsführer für dieses Jahr schon wieder steigende Umsätze und einen Gewinn. Denn mittlerweile ist der Patient Krankenhaus auf dem Weg der Besserung. So ist in den vergangenen Monaten das Profil in der Chirurgie geschärft und der gut laufende Bereich der Bauchchirurgie gestärkt worden: "Anfang des Jahres haben wir auch ein proktologisches Zentrum in Schneeberg aufgebaut", sagt Krebiehl. Mit Blick auf die älter werdende Gesellschaft sollen künftig auch die Umsätze in den Bereichen Innere Medizin und Altersmedizin zulegen.

Bürgermeister Ingo Seifert (Freie Wähler/Bika) äußerte sich auf der Ratssitzung zuversichtlich zur Zukunft des Hauses und erklärte: "Das Krankenhaus ist uns wichtig als großer Arbeitgeber." Die Stadt ist mit 25,1 Prozent als Gesellschafterin an der Bergarbeiter-Krankenhaus gGmbH beteiligt. Zugleich erklärte Seifert, dass es angesichts einer hohen Klinik-Dichte im Umkreis ein schwieriges Terrain für ein kleines Krankenhaus sei. Er wolle aber, dass es "lange, lange erhalten bleibt".

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