Lisa Fitz flüstert ganz schön laut und deutlich

Kabarettistin und Schauspielerin erntet Jubel für Auftritt in Schneeberg

Schneeberg.

Im Kulturzentrum "Goldene Sonne" in Schneeberg ist am Samstag wieder einmal einer jener Promis zu Gast gewesen, die auf der Höhe ihrer Film- und TV-Popularität den Weg in die erzgebirgische Provinz nie gefunden hätten. Doch nun war Lisa Fitz da. Sie versprach "Flüsterwitze" und nahm kein Blatt vor den Mund. Das Publikum dankte es ihr mit Jubel.

"Die Leute kommen zu mir und raunen leise: Muuutig!" Die Niederbayerin charakterisierte den Hang zur Aufsässigkeit ihrer Landsleute so: "Derfst ja nix sagen, derfst ja nix sagen." Zum Publikum donnerte Lisa Fitz: "Freie Rede, solange es noch geht!" Kräftiger Beifall. Dann sagte die Kabarettistin laut: "Hier sitzen die Mutigsten von ganz Schneeberg!" Schüchterner, winziger Beifall. Sie sprach begeistert von Frankreich, den Gelbwesten: "In Deutschland scheitert die Revolution, weil das Betreten des Rasens verboten ist."

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Lisa Fitz vermisst bei den heutigen Prominenten starke, unkorrekte Worte, die man sich merken kann. Automobilsport-Funktionär Bernie Ecclestone hatte unumwunden gefordert: "Die Frauen sollten weiß gekleidet sein wie alle Haushaltsgeräte!" Und Franz Josef Strauß wusste sich ebenfalls klar auszudrücken: "Lieber ein kalter Krieger als ein warmer Bruder." Lisa Fitz, die ausgezeichnet Gitarre spielt, sang auch Lieder. Darunter eine umwerfende Volksmusik-Parodie.

Wer ist diese vielseitige Könnerin? Lisa Fitz aus Rottal in Niederbayern, Jahrgang 1951, hat ihr Fach gründlich gelernt: Schauspiel, Gesang, Gitarre, Ballett. Ihre Autobiografie trägt den Titel "Der lange Weg zum Ungehorsam - Erinnerungen für die Zukunft". Sie spielte in vielen TV-Serien und in Filmen mit, von "Meister Eder und sein Pumuckl" bis zu "Der Bulle von Tölz". Fitz beklagt den Verfall des Privatfernsehens. Sie nahm an der ersten Staffel von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" (2004) teil. "Damit das Böse triumphieren kann, reicht es, wenn gute Menschen gar nichts tun", mahnte Lisa Fitz in den ernsten Passagen ihres Programms. Denn: "Das gewalttätigste Element in der Gesellschaft ist Unwissenheit."

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