Lößnitz geht ersten Schritt zu Stadtwerk

Das Strom- und Gasnetz der Muhme kehrt zum Teil in kommunale Hand zurück. Partner ist der Versorger Envia-M.

Lößnitz.

Die Stadt Lößnitz und der Energieversorger Envia-M arbeiten künftig in der Lößnitz Netz GmbH zusammen. Das hat der Stadtrat am Donnerstagabend einstimmig beschlossen. Die Stadt beteiligt sich zunächst mit 25,1 Prozent an dem Unternehmen. "Perspektivisch können unsere Anteile auf 51 Prozent erhöht werden", sagte Bürgermeister Alexander Troll (CDU). "Das müssen die Stadträte entscheiden." Kämmerer Steffen Höll erklärte, die Beteiligung an dem Unternehmen sei gegebenenfalls die Basis für ein späteres Stadtwerk.

Die Lößnitz Netz GmbH wurde im Jahr 2012 vom Energieversorger Envia-M gegründet. Sie ist für die Strom- und Gasleitungen in der Muhme zuständig und verpachtet diese an Firmen, welche die Versorgung in der Stadt übernehmen. Beim Strom ist das die Envia-Tochter Mitnetz Strom, beim Gas die Envia-Tochter Mitnetz Gas. Nach der Wende hatte Lößnitz, wie viele andere Kommunen auch, seine Leitungsrechte in Form von Konzessionen an Envia-M abgegeben. Nun laufen die Verträge aus, und das Netz soll "ein Stück weit rekommunalisiert" werden, so Bürgermeister Troll. Bereits im Jahr 2009 sei der damalige Stadtrat zu dieser Ansicht gekommen. Jetzt, zehn Jahre später, sei es soweit.


Nach monatelangen Vorbereitungen soll die Beteiligung der Kommune an der Lößnitz Netz GmbH im Sommer vollzogen werden. Der Stadtrat war am Donnerstag eigens zu einer außerplanmäßigen Sitzung zusammengekommen, um den Beschluss noch vor der Kommunalwahl am 26. Mai über die Bühne zu bringen. "Was ist, wenn der neue Stadtrat eine komplett andere Auffassung dazu hat?", fragte Michael Andrä (CDU). Bürgermeister Troll antwortete, die, die sich seit Jahren damit befassen, sollten diesen Meilenstein noch setzen.

Zustimmung gab es auch von Andreas Voß (SPD): "Es macht Sinn, das Netz Stück für Stück zurückzuholen. Das ist günstig für die Stadt."

Aus der Verpachtung der Leitungsnetze erhofft sich die Kommune kleine, aber laufende Einnahmen, welche die Investition langfristig refinanzieren. Auch rechnet man mit einer Wertsteigerung des Leitungsnetzes durch Investitionen. Um sich bei der Lößnitz Netz GmbH einzukaufen, muss die Stadt zunächst aber reichlich 1,6 Millionen Euro einzahlen. Das soll zum Teil durch einen Kredit finanziert werden.

Im Altkreis Aue-Schwarzenberg haben derzeit drei Städte eigene Stadtwerke: Schneeberg, Aue-Bad Schlema und Schwarzenberg. Envia-M ist an den Stadtwerken Aue-Bad Schlema mit 24,5 Prozent beteiligt, an denen in Schwarzenberg mit 27,54 Prozent. Lößnitz hat mit dem Eigenbetrieb Fernwärmeversorgung eine hundertprozentige Tochter für Fernwärme und Stromerzeugung.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...