Logistik-Riese macht Retter flexibler

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Die Freiwillige Feuerwehr Bernsbach hat ein neues Fahrzeug in Dienst gestellt. Endlich. Das Ringen um den Einsatzwagen mit speziellem Aufbau dauerte lange und barg einige Hürden.

Lauter-Bernsbach.

Trotz Maskenpflicht: Die Freude über das neue Einsatzfahrzeug war den Mitstreitern der Freiwilligen Feuerwehr Bernsbach quasi ins Gesicht geschrieben. Der Gerätewagen wurde jetzt in Dienst gestellt - und ersetzt gleich zwei Vorgänger.

"Es wurde höchste Zeit", bestätigt Stadtwehrleiter Wolfgang Stephan und freut sich mit den Kollegen über den 290 PS starken Riesen, der 16 Tonnen auf die Waage bringt. Der Neue ist ein Logistik-Ass. "Die Ladefläche kann mit verschiedenen Rollcontainern bestückt werden - je nachdem, um welche Art Einsatz es sich handelt", so Stephan. Bei einem Verkehrsunfall braucht es schließlich andere Technik als bei einem Großbrand oder bei Hochwasser. Zudem verfügt das Fahrzeug über einen Wassertank mit 200 Litern Füllmenge. An Bord sind Schläuche, Pumpen und andere Gerätschaften, die von außen bedienbar sind. Ganz wichtig war den aktuell 34 Kameradinnen und Kameraden in Bernsbach die Doppelkabine. "So haben Mensch und Material viel Platz", so Stephan. Neun Retter kommen mit dem Gerätewagen vom Fleck, der das zweite große Fahrzeug im Bestand der Ortswehr ist. Zudem gibt es einen Mannschaftswagen, sprich einen Kleinbus. "Damit ist der Fuhrpark sehr gut aufgestellt", sagt Stephan und hegt trotzdem noch einen Wunsch: ein Anbau mit Platz für Umkleiden. So war das Bernsbacher Depot 1995 eines der ersten seiner Art, das nach der Wende modernisiert wurde. Derzeit ziehen sich die Mitglieder an ihren Spinden direkt in der Fahrzeughalle um. Geplant ist daher seit einiger Zeit eine Alternative, auch wenn sich jetzt erst mal alle über das neue Logistik-Ass freuen.

Ausgemustert werden dafür zwei Altbestände. Darunter ein Unimog-Schlauchwagen des Baujahrs 1982, der nach knapp 40 Jahren verdient in den Ruhestand geht, und ein Tanklöschfahrzeug von 1998. Sie haben etliche Einsätze und zwei Hochwasser mitgemacht. "In Dienst gestellt haben wir ein neues Fahrzeug zuletzt vor elf Jahren", erinnert sich Stephan. Der neue Gerätewagen ist für die Bernsbacher nach der Wende die fünfte Neuanschaffung. Kosten: 322.000 Euro. Die Stadt zahlt davon 206.000 Euro, der Landkreis steuert 116.000 Euro bei. Schon seit 2017 beschäftigt der Kauf die Verwaltung. Die zuerst geplante grenzübergreifende EU-Förderung mit der tschechischen Partnerstadt scheiterte. So startete das Prozedere von vorn. Auf die Ausschreibung im Herbst 2018 folgte nur ein Angebot - in Höhe von 400.000 Euro und damit völlig überteuert. Es folgte ein erneuter Anlauf, unterteilt in drei Lose für Fahrgestell, Auf- und Ausbau sowie Beladung. Das hatte letztlich Erfolg, auch wenn der Fahrgestell-Hersteller zwischendurch noch mal wechselte. Alle Mühen und Hürden sind nun vergessen. "Es ist geschafft", brachte es Bürgermeister Thomas Kunzmann (Freie Wähler) bei der symbolischen Schlüsselübergabe sichtlich froh auf den Punkt.

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