Motorenwerker legen Wert auf Präzision

Das Grünhainer Elektromotorenwerk dreht auf: In den zurückliegenden Monaten wurde eine hohe sechsstellig Summe in neue Maschinen investiert. Dabei ist sogar ein kleines Kunststück gelungen.

Grünhain.

Derzeit läuft es richtig rund bei den Elektromotorenbauern in Grünhain. "Wir haben wirklich gut zu tun und in den vergangenen Monaten auch noch mal kräftig investiert", sagt David Gäbelein, der im Unternehmen die Qualitätssicherung verantwortet.

Allein die neue CNC-3D-Koordinaten-Messmaschine koste etwa so viel wie ein Einfamilienhaus, sagt Gäbelein, will jedoch keine genaue Zahl nennen. Fakt ist indes, die kostspielige Anschaffung ist notwendig, um die heute von den Kunden geforderte hohe Präzision zu sichern. "Mit dieser Messtechnik können wir eine wesentlich höhere Genauigkeit garantieren", erklärt er. Da gehe es um Zehntausendstel.

"Weltweit werden die Systeme immer genauer. Die Motoren müssen zudem immer mehr Leistung bringen. Speziell die in der Medizintechnik verwendeten Antriebe werden immer feiner, müssen wesentlich langlebiger, hochleistungsfähig sein", so Gäbelein und nennt als Beispiel die Kompressorteile für Dentaltechnik. Die Medizintechnik ist jedoch nur eine Branche, für die die Grünhainer Antriebe herstellen. Ein zweiter Bereich ist die Bahntechnik. Allein daran lasse sich erkennen, wie enorm groß die Bandbreite der Motorentechnik ist, die die Grünhainer fertigen.

Investiert wurde im Zuge dessen auch in eine neue Software, mit der digitale Prüfpläne erstellt und somit die Anforderungen an die zu erstellenden Teile im Vorfeld exakt bestimmt werden. Für diese Form der Qualitäts-Vorausplanung zeichnet Jacqueline Beck verantwortlich. Sie ist noch relativ neu im Unternehmen und hat sich auf das neue Programm eingefuchst. Sie erarbeitet zunächst am Rechner die detailgenauen Arbeitsaufträge, die dann per Mausklick an die jeweiligen Arbeitsplätze der Motorenwerker gesendet werden. Deren Aufgabe ist es dann, diese präzisen Angaben auf das Werkstück zu übertragen. Die Qualitätsprüfung übernimmt die eingangs erwähnte 3D-Messmaschine. Mit ihr lasse sich die Zeit und die Genauigkeit der Prüfmessungen der Teile um ein Vielfaches senken. "Damit können wir ein Höchstmaß an Präzision zusichern", so Gäbelein.

Auch in der Produktionshalle hat sich im Verlauf des vergangenen Jahres einiges getan. So kamen eine neue Fräsmaschine und eine vollautomatische Drehmaschine hinzu. Immer mehr Baugruppenfertigung sei auf dem Markt gefragt, erklärt der Grünhainer. Und weil es den Erzgebirgern eigen ist, sich nicht vorschnell von Bewährtem zu trennen, können die Grünhainer heute auch voller Stolz von einem kleinen Kunststück berichten, dass ihnen gelungen ist. "Wir habe in unsere alte, seit Jahren laufende Rotorstraße zwei hochmoderne CNC-Automaten integriert", sagt Gäbelein und zeigt auf einen Maschinen-Koloss, der etwa die halbe Halle einnimmt. "Auf dieser Rotorstraße sind einst schon Millionen von Motoren für die Schwarzenberger Waschmaschine gefertigt worden. Und sie liefert bis heute solide Qualität. Nun ist es den Konstrukteuren tatsächlich gelungen, da die CNC-Technik einzuschleifen. Das ist grandios", freut sich Gäbelein.

Personell geht es ebenfalls aufwärts im Unternehmen. So konnten neben der Planerin für die Fertigung auch Stellen in der Fertigung und im Vertrieb besetzt werden.

Von erfreulichen Steigerungsraten kann Gäbelein bezüglich des "Erzmo" berichten. Der Absatz dieser patentierten Antriebe für Lastenfahrräder konnte im Vergleich zu 2018 in diesem Jahr um das Sechsfache gesteigert werden. "Mit Blick auf 2020 geht es fast so weiter", verrät er. Das sind zwischen 80 und 100 Antriebe, die pro Woche das Unternehmen verlassen.

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