Neue Stadtnetzwerkerin hat offenes Ohr für alle Ideen zur Belebung

Erst hieß es Koordinatorin des Stadtmarketings, nun ist die Rede von einer Stadtnetzwerkerin. Was Nicole Ullmann über viele Jahre für Schwarzenberg getan hat, daran will und soll nun Sarah Müller anknüpfen. Doch egal, wie der Job sich nennt, er stellt eine Herausforderung dar.

Schwarzenberg.

Etwas tun, um die Stadt zu beleben, die Einheimischen mal wieder zu bewegen, ihre Heimatstadt neu zu entdecken, die Händler zu einen, die Vereine einzubinden und Auswärtige für einen Besuch in Schwarzenberg zu interessieren - das sind nur einige der Aufgaben, denen sich Sarah Müller widmen möchte. Denn die 31-Jährige ist die neue Stadtnetzwerkerin.

Hinter dem neuen Begriff steckt aber nichts anderes, als das, was seit 2009 Nicole Ullmann getan hat: Da ist jemand, der versucht, neue Ideen für die Belebung der Stadt zu entwickeln und die Akteure verschiedenster Branchen dazu miteinander in Kontakt zu bringen. Damals nannte sich dieser Job Koordinatorin fürs Stadtmarketing und lief in Regie des Wirtschafts- und Gewerbevereins Schwarzenberg (WGV). Über eine finanzielle Bezuschussung der Stadtverwaltung konnte sie von 2009 bis 2019 dieser Arbeit nachgehen. Mit Erfolg. Aktionen wie die Nacht der Lichter wurden weiter ausgebaut und etabliert, ebenso wie "Frühling in der Altstadt" oder "Auf dem Weg ins Glück".

Nun hat der WGV diese Aufgabe abgegeben. "Doch Schwarzenberg braucht so einen Netzwerker, der Ideen und Projekte entwickelt, Leute anspricht und fürs Mitmachen gewinnt", sagt Lilly Vicedom, die Vorsitzende des Vereins der Schwarzenberger Kunstfreunde. Deshalb hat sie mit Rückendeckung ihres Vereins eine über den Europäischen Sozialfonds geförderte Projektstelle beantragt, deren Ziel das Stadtnetzwerk und die Belebung der Stadt ist. Damit sind die Kunstfreunde nun Arbeitgeber für Sarah Müller, die sich unter sieben Bewerbern auf die Stelle durchsetzen konnte. Die junge Frau stammt aus der Nähe von Frankfurt am Main und habe jetzt auch ihr privates Glück im Erzgebirge gefunden, wie sie verrät. Im Mai dieses Jahres hat die Hessin ihre Koffer gepackt und ist nach Schwarzenberg gezogen. Seit 1. Juli ist sie offiziell im Dienst. Zunächst sauge sie erst einmal auf, was sie an Informationen über die Stadt erhaschen kann. "Und ich kann zuhören", sagt die freundliche Blondine, die ausgebildete Mediengestalterin und studierte Online-Journalistin ist. Zuletzt war sie als kommissarische Redaktionsleiterin bei einem Anzeigenblatt tätig. Über ihre neue Arbeit in Schwarzenberg meint sie: "Ich konnte schon mit vielen Geschäftsleuten und Wirtschaftsvertretern reden und mich vorstellen. Und ich habe ein offenes Ohr für alle Ideen zur Belebung." Zwei Jahr wird die Stelle über den ESF gefördert. In dieser Zeit - und als ein zeitnah greifbares Ergebnis - soll ein Leerstandsmanagement aufgebaut werden. Eine Erfassung, wo welche Gewerbe- oder Handelsflächen frei sind, wer dessen Eigentümer ist und ob dieser an einer Vermietung interessiert sei. Dazu gebe es bereits eine Arbeitsgruppe unter dem Dach des laufenden Stadtmarketings der Stadt, der sie nun ebenfalls angehört.

Ende dieses Monats, so war ihr als nächstes Vorhaben zu entlocken, soll es ein Treffen mit Geschäftsleuten der Stadt geben, um schrittweise ein Händlernetzwerk zu etablieren. "In den ersten Vorstellungsgesprächen, die ich mit vielen Händlern geführt habe, sind mir die meisten sehr offenherzig begegnet. Ich habe sogar das Gefühl, die freuen sich, dass es wieder einen Ansprechpartner gibt. Und ich hoffe, dass sie auch neuen Ideen gegenüber offen sind, und sich anfängliche Skepsis, die ja völlig normal ist, schnell zerstreut."

Die zurückliegenden Wochen habe sie zunächst dafür genutzt, um eine erneute Beteiligung der Stadt Schwarzenberg am deutschlandweiten Städtewettbewerb "Ab in die Mitte" mit vorzubereiten. Die Bewerbung ist raus, der Wettbewerbsbeitrag steht und umfasst neben thematischen Einkaufsaktionen und der Neugestaltung des Schlossparks auch den aufgewerteten Ankunftsbereich für Gäste am Hammerparkplatz. Dieser erhielt über die Sommermonate hinweg einen Spiel- und Empfangsbereich am Ufer des Schwarzwassers, der nun diverse Verweilangebote für Groß und Klein bietet, wie ein Schwarzenberg-Memory, ein Flüstertelefon, ein Wasserwirbelspiel oder ein Kaleidoskop. Die großen Buchstaben SZB dienen künftig als Sitzmöbel, wenngleich sie aufgrund einer schadhaften Oberfläche kurzfristig noch einmal zum Hersteller nach Österreich geschickt wurden.

 

stadtnetzwerk-schwarzenberg.de

 

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