OB-Wahl in Schwarzenberg wird erst am 11. Oktober entschieden

Wer ab November in der Perle des Erzgebirges auf dem Stuhl des Stadtchefs sitzt, ist weiter offen. Auf keinen Bewerber entfiel am Sonntag die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Das Rennen geht in die Verlängerung.

Schwarzenberg.

Was viele erwartet haben, ist genau so gekommen: Die Wahl des Nachfolgers oder der Nachfolgerin von Schwarzenbergs Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU) wurde nicht im ersten Anlauf entschieden. Keinem der fünf OB-Kandidaten gelang es am Sonntag, die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen auf sich zu vereinen. Das besagen die gegen 19.30 Uhr im Rathaus bekannt gegebenen vorläufigen Wahlergebnisse.

Wie die Auszählung ergab, die kurz nach der Schließung der von 8 bis 18 Uhr geöffneten 13 Wahlräume im Stadtgebiet und dem Öffnen der Wahlurnen begann, entfielen die meisten der 7566 abgegebenen Stimmen auf den CDU-Kandidaten Ruben Gehart: 3363 Wählerinnen und Wähler votierten für ihn, das sind knapp 45 Prozent. "Mit diesem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, ich freue mich über das deutliche Votum und das mir entgegengebrachte Vertrauen", sagte er. "Jetzt heißt es, in den kommenden drei Wochen weiterhin guten Wahlkampf zu machen, damit meine Kandidatur auch am Ende erfolgreich ist."

Lilly Vicedom, deren Bewerbung vom Verein Kompass getragen wird, bekam 1571 Stimmen, das sind rund 21 Prozent. "Mit Platz 2 bin ich zufrieden, aber ein paar Prozentpunkte mehr hätte ich mir schon gewünscht", sagte sie. Ob sie zur zweiten Runde antritt, entscheide sie im Laufe dieser Woche. "Da muss ich erst einmal drüber schlafen."

Auf den Einzelbewerber Erik Weber entfielen 20,1 Prozent, für ihn stimmten 1502 Frauen und Männer. "Das hat meine eigenen Erwartungen übertroffen, ich hatte mir so um die 10 Prozent ausgerechnet", erklärte er. "Selbstverständlich trete ich auch im zweiten Wahlgang an."

Frank Weihrauch (Wählervereinigung Pro Schwarzenberg) konnte 601 Wählerstimmen (8 Prozent) für sich verbuchen, "was nicht ganz meinen Erwartungen entspricht". Die Schwarzenberger hätten so entschieden, das müsse man akzeptieren. "Am 11. Oktober stehe ich aber wieder mit auf dem Wahlzettel."

454 wahlberechtigte Schwarzenberger - das sind 6,1 Prozent - setzten ihr Kreuz auf dem Wahlzettel bei Roland Küblböck (Bündnis 90/ Die Grünen). "Schade, dass unsere Themen nicht so wie erhofft angenommen worden sind", sagte Küblböck. "Das Ergebnis muss ich erst einmal sacken lassen. Ob ich noch mal antrete, weiß ich noch nicht."

Die Wahlbeteiligung lag am frühen Nachmittag bereits bei mehr als 50 Prozent und damit höher als bei der Oberbürgermeisterwahl 2015, als letztlich 42,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten. Damals waren auf Hiemer 72,6 Prozent der Stimmen entfallen, auf Christian Becher (AfD) 14,0, auf Martin Kandt (FDP) 13,4. Am morgigen Dienstag gibt es ab 15.15 Uhr im Ratssaal des Rathauses eine öffentliche Sitzung des Gemeindewahlausschusses Schwarzenberg. Da werden dann die Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl am 20. September offiziell festgestellt. Als Termin des zweiten Wahlgang hat der Stadtrat den 11. Oktober festgesetzt. Dann reicht die einfache Mehrheit zum Sieg. Das neue Stadtoberhaupt tritt Anfang November seine Arbeit im Rathaus an.


Statistik

Wahlberechtigte: 13.978. Wähler: 7566. Wahlbeteiligung: 54,1 Prozent. Briefwähler: 2734 Vorläufige Ergebnisse:

Ruben Gehart 3363 Stimmen/44,9 Prozent

Lilly Vicedom 1571 Stimmen/21,0 Prozent

Erik Weber 1502 Stimmen/20,1 Prozent

Frank Weihrauch 601 Stimmen/8,0 Prozent

Roland Küblböck 454 Stimmen/6,1 Prozent

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