Pilger steuern neue Stempelstelle an

Wer dem Sächsischen Jakobsweg folgt, darf eine Station in Bad Schlema nicht auslassen. Sie komplettiert die Einträge im Begleitbuch.

Aue-Bad Schlema.

Wer sich auf Pilgerreise begibt, sucht nach Ruhe und innerem Frieden. Bescheidenheit greift Raum, wenn es zu Fuß Schritt für Schritt vorwärtsgeht. Auch deshalb haben sich die Mitglieder des Kneipp-Vereins Bad Schlema entschieden, die neue Stempelstelle auf dem Jakobsweg Silberberg - Teilstück des Sächsischen Jakobswegs an der Frankenstraße - in kleiner Runde einzuweihen. "Miteinander und füreinander war dabei unser Leitgedanke", sagt Oskar Stops vom Kneipp-Verein.

Nun steht sie da, die Stempelstelle - und wartet am Karl-Aurand-Haus auf Wandersleute, die quasi laufend entspannen. "Wir haben es einfach gestaltet." Ohne Tamtam kommt der hölzerne Kasten aus, den ein metallenes Dach vor Nässe schützt und der auf einem stabilen Stahlrohr befestigt ist und an einen Briefkasten erinnert. Wer ihn öffnet, findet Stempel und Ablagefläche für das Pilgerbuch vor, um darin den Kurpark Bad Schlema als Station zu vermerken. Zweckmäßig und funktional ist die Stempelstelle eingerichtet. Eine Bank gleich vor dem Haus lädt zum Verschnaufen ein. Es gibt ein Kneipp-Becken, einen Kräutergarten und die Möglichkeit, auf Toilette zu gehen. "Sind wir in der Kräuterstube zugegen, freuen wir uns natürlich auch über Gäste."


Dabei profitieren beide Seiten: Die Pilger, die der charakteristischen Muschel als Wahrzeichen des Jakobswegs folgen, haben eine weitere Markierung im Begleitbuch. Und Bad Schlemas grüne Lunge erfährt eine Belebung durch neue Gäste. Gerd Lauckner, der den Jakobsweg Silberberg im Besonderen schätzt, die Idee des Pilgerns lebt und dies auch optisch mit seiner Gewandung nach außen trägt, hatte mit Oskar Stops im Mai dieses Jahres die Idee geboren, im Kurort eine Stempelstelle einzurichten. "Das war während einer Wanderung vom Filzteich nach Hundshübel", so Stops. Da seien beide über die spanische Pilgerbewegung "Miteinander füreinander" ins Gespräch gekommen. "Und so soll diese Station auch für diese Botschaft stehen." Das fördere den Austausch untereinander und neue Kontakte. "Begegnungen sind der Schlüssel. Eine gute Sache, um für Bad Schlema zu werben."

Der Sächsische Jakobsweg an der Frankenstraße hat etwa 25 Stempelstellen. Die Strecke von Bautzen über Dresden, Freiberg, Chemnitz bis nach Zwickau, Oelsnitz/V. und Hof ist 300 Kilometer lang. Der Jakobsweg Silberberg ist ein Teil. Stationen sind Annaberg, Schlettau, Elterlein, Grünhain, Lößnitz, Aue, Bad Schlema, Schneeberg und Kirchberg. Das Ziel aller ist die 2500 Kilometer entfernte Stadt Santiago de Compostela des originalen Jakobswegs, der durch alle Teilstücke - es gibt sie europa- und weltweit - an Länge gewinnt. Der Start, so die Pilger, ist ohnehin überall möglich und beginnt immer im Herzen der Menschen. Ein Einstieg befindet sich mit dem Pilgerbüro bei der Johanniter-Unfall-Hilfe an der Kantstraße in Aue. Schon früher waren Mitglieder des Ritterlichen Ordens St. Johannis als Vorgänger der Johanniter für das Wohl der Pilger zuständig.

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