Rekonstruiertes Schmuckstück im Schnitzerheim zu bestaunen

Eine Frau schenkt dem Beierfelder Schnitzverein einen alten orientalischen Weihnachtsberg. Der kann nun erstmals öffentlich bestaunt werden - nach rund 300 Arbeitsstunden.

Beierfeld.

Der Berg- und Schnitzverein Beierfeld hat einst - nach eigenen Angaben - den größten Weihnachtsberg im Erzgebirge besessen. Dabei soll es sich um einen orientalischen Berg gehandelt haben, der die nur schwer vorstellbare Plattengröße von 25 Quadratmetern hatte. Glaubt man den Erzählungen, soll dieser Berg einmal aufgebaut gewesen sein - im ehemaligen Gasthaus Albert-Turm, der sich im Ortszentrum dort befand, wo heute ein Einkaufsmarkt zu finden ist.

Den Giganten von einst gibt es nicht mehr. Einige Teile sind in anderen Bergen verbaut. Doch eine kleine Hommage an vergangene Zeiten ist an diesem Wochenende erstmals in voller Pracht und Schönheit im Beierfelder Schnitzerheim neben dem Fritz-Körner-Haus zu sehen. 2016 bekam der Verein, den heute René Müller leitet, von Gisela Friedrich einen orientalischen Weihnachtsberg geschenkt, den ihr Mann Max vor Jahrzehnten gebaut hatte. "Wir sind mit ihr so verblieben, dass er als orientalischer Weihnachtsberg erhalten bleibt und von uns wieder aufgebaut wird", erläutert der langjährige Vereinsvorsitzende Wolfgang Riedel. Der heute 79-Jährige hatte vor drei Jahren mitgeholfen, den Berg aus der Dachgeschosswohnung ins Schnitzerheim zu transportieren. "Ein ganz schöner Akt", erinnert sich Riedel. "Das Treppenhaus war eng. Und eine Straße des Berges musste im Ganzen transportiert werden." Per Multicar kamen die Teile ins Schnitzerheim. Neben dem damaligen Vorsitzenden waren Rico Zenker, Heiko Riedel und Andreas Sporbert in die Aktion eingebunden. Nachdem der Berg eingelagert war, begannen zaghaft erste Arbeiten. 2018 konnte die Schenkerin den Berg im Rohbau sehen.

Der Rekonstruktionsaufwand ist enorm gewesen. Etwa 300 Arbeitsstunden steckten die Beierfelder Schnitzer ins Neugestalten des Berges. Acht fleißige Händepaare haben daran gearbeitet. Neu entstanden sind Grundgestell und Hintergrund. "Vorher war das ein Himmel, jetzt haben wir das als Landschaft gestaltet", sagt René Müller. Auf dem Berg gibt es nun zwei Straßen. Natürlich laufen auf einer die heiligen drei Könige. Elemente, die nicht zu einem orientalischen Berg passen, wurden von den Schnitzern entfernt, zum Beispiel im "untertägigen Bereich" ein Drehteller mit Zwergen. Übertägig legten die Beierfelder Holzkünstler viel Wert auf Details. So sind jetzt auf der sieben Quadratmeter großen Platte auch etliche Palmen zu sehen. Drei Viertel des alten Berges sind erhalten", sagt Wolfgang Riedel.

Der orientalische Berg ergänzt die drei anderen Berge des Vereins, die im Schnitzerheim zu bestaunen sind. Eine Besonderheit ist der Beierfelder Heimatberg, der durch viele Spitzfindigkeiten überzeugt. So gibt es eine Postkutsche. Nähert sie sich, pinkelt ein Junge ins Wasser. Hinzu kommt ein echter Wasserlauf, der ein Mühlrad antreibt. Aber auch an statischen Elementen gibt es einiges zu entdecken, so einen Dachdecker, der kleine Ziegel aufbringt, oder die Wäsche, die in der Sonne trocknet.

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