Säckeweise "schwarzes Gold"

Durch den Feiertag hatte die Holzkohle länger zum "Reifen". Die Köhler in Waschleithe freuen sich über beste Qualität.

Waschleithe.

Warum ein Sack feinster Holzkohle aus Waschleithe 15 Euro kostet, das wurde jedem klar, der gestern die Ernte an der Köhlerhütte Fürstenbrunn mit erlebte. Es war ein hartes Stück Arbeit, bis am späten Nachmittag der letzte Sack des "schwarzen Goldes" abgepackt war. Dabei waren ab dem Morgen etwa zwanzig Helfer im Einsatz.

Zirka 800 Kilogramm Holzkohle hatte Hobbyköhler Heiko Schmidt gemeinsam mit seinen Freunden vom Europäischen und vom Erzgebirgischen Köhlerverein zuvor geerntet. "Es ist eine fantastische Ernte", lobte Heiko Schmidt, während er sich mit Wasser um einen kleinen Berg Holzreste kümmerte, in denen immer noch Flammen aufloderten. Schmidt: "Der ist in diesem Jahr so klein, das spricht für eine gute Qualität." Außerdem höre man es am Klang, wenn die Kohle mittels Heugabeln eingetütet werde. "Das gibt so ein gläserner Ton und der spricht für Qualität", sagt Hobbyköhler und Hotelier Schmidt.


Zu den Helfern, die bei der Ernte mit anpackten und dafür schwarze Hände und Gesichter in Kauf nahmen, gehörte gestern auch Jan Schmuck. "Ich bin damals als Feuerwehrmitglied dazu gekommen", erinnert er sich. "Mittlerweile mache ich es aus Überzeugung, weil es einfach Spaß macht." Auch Schmuck, für den es der 7. Meileraufbruch war, schwärmte von der Qualität der Kohle. Warum sie so gut ist, dafür hat Köhler Schmidt eine Erklärung: "Sonst schwellt der Meiler bei uns von Sonntag zu Sonntag, diesmal hatten wir den glücklichen Umstand des Feiertages und konnten ihn einen Tag länger stehen lassen, das macht sich deutlich bemerkbar."

Bis zum Sonntag haben die Köhler den Meiler nicht einmal aus den Augen gelassen. "Aus Sicherheitsgründen sind Nachtwachen ganz wichtig", so Schmidt. An den ersten Tagen und Nächten wird der Meiler immer von drei Köhlern bewacht. In den letzten von zweien. "Es müssen immer zwei dabei sein, damit niemandem etwas passiert", erklärt Schmidt, der längst dem Europäischen Köhlerverein beigetreten ist und dem Vorstand angehört.

Dass die Köhlerei eine Renaissance erlebt, ist übrigens Heinz Sprengel, dem langjährigen Vorsitzenden des Europäischen Köhlervereins, zu verdanken. "Er kam zu mir und wollte eigentlich Geld zur Unterstützung haben", verrät Schmidt: "Ich habe nach einer Gegenleistung gefragt und er hat gesagt, wenn ich wolle, baut er mir einen Meiler auf." Innerhalb kürzester Zeit wurde dieser Plan umgesetzt. Mittlerweile sind Schmidt und Sprengel dicke Freunde. "Wir sind froh, dass der Heiko das hier so macht", sagt Sprengel, der in Schneeberg zuhause ist: "Es ist viel Arbeit, Gewinn wird dabei nicht erzielt." Es gehe um Traditionspflege.

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