Schildkröten in Schule lösen Wirbel aus

Zwei tierische Mitschüler an der Oberschule in Aue: Im Netz hat das Kritik ausgelöst. Die Stadt- verwaltung spricht von einem Missverständnis.

Aue.

Die Nachricht der Stadtverwaltung Aue-Bad Schlema, dass es seit neustem zwei kleine griechische Landschildkröten an der Oberschule Aue-Zelle gibt, hat vor allem eine Reaktion hervorgerufen: Kritik. "Die Schule hat richtig bösartige E-Mails erhalten", berichtet Stadtsprecherin Jana Hecker. "Es hieß, sie sollten sich schämen und das sei Tierquälerei." Auch unter Beiträgen zum Thema im sozialen Netzwerk Facebook hatten sich innerhalb kürzester Zeit viele Negativkommentare gesammelt. Darin ist vor allem von einer nicht artgerechten Haltung der Tiere die Rede. Eine Frau erklärt: "Schildkröten sind weder Spielzeug, noch gehören Sie ins Terrarium!"

Die Stadt hatte zunächst mitgeteilt, dass Sammy und Yoshi - so die Namen der Schildkröten - an der Schule angeschafft wurden und dass die Schüler sich ums Säubern des Terrariums kümmern. Mit den Tieren solle der Biologieunterricht und die Biologie-AG anschaulicher gestaltet werden. Einige Leute schlussfolgerten daraus, dass die Tiere vor allem im Terrarium leben und möglicherweise Kinder sie oft betätscheln. Auch brauche es die Winterstarre. Doch Kritik weist man im Rathaus zurück.

Inzwischen ist der ursprüngliche Beitrag der Stadt bei Facebook gelöscht und eine Klarstellung veröffentlicht worden. Kernbotschaft darin: Die Tiere haben ein Außengehege, das im Frühjahr noch vergrößert wird. Auch gingen die Tiere demnächst in einen Winterschlaf. "Und die Kinder lassen die Schildkröten in Ruhe", sagt Hecker. Die Stadtsprecherin ärgert sich über die voreilige Kritik im Netz: "Man hätte ja mal nachfragen können."

Doch gehören Schildkröten überhaupt an eine Schule? Ralph Lohwasser betreibt in Chemnitz eine Auffangstation für Schildkröten und war im Netz auf den Beitrag gestoßen. Er sagt: Stimmten die Haltungsbedingungen mit Freigehege, ist eine Winterstarre möglich und werden die Tiere nicht ständig von einem Kind zum nächsten gegeben, könne es gehen. Da es aber auch beim Füttern einiges zu beachten gebe, macht er der Schule jetzt ein Angebot: "Ich komme gern vorbei und halte einen Vortrag." (juef)

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