Schüler fragen "Astro-Alex": Schmeckt das Essen?

Neun Jugendliche aus dem Zwönitzer Gymnasium dürfen in Kürze live mit Astronauten der Weltraumstation ISS chatten. Was sie bei dem überirdischen Date wissen wollen, steht bereits fest.

Zwönitz.

Bei Heiko Meier (57) steigt die Vorfreude. Gut zwei Jahre hatte sich der Vorsitzende vom Ortsverband Aue-Schwarzenberg des Deutschen Amateur-Radioclubs darum bemüht, dass sich Schüler des Matthes-Enderlein-Gymnasiums in Zwönitz mit Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation ISS unterhalten können. Nun steht fest: Im August wird der deutsche Raumfahrer Alexander Gerst mit ihnen live plaudern.

"Wir haben die erste Schulwoche vom 13. bis 17. August zugeteilt bekommen", berichtet Meier. Der genaue Tag und die genaue Uhrzeit werden ihm voraussichtlich Ende des Monats mitgeteilt. 12 Minuten lang sei das Zeitfenster, um "Astro-Alex" mit Fragen zu löchern. "Die Zeit teilen wir uns aber mit einer Schule in Kaiserslautern. Nach zwei Fragen wird gewechselt." Das Weltraum-Interview führen die Schüler von der Aula aus. Die dafür nötige Technik wird in zweifacher Ausführung aufgestellt. Um einen Ausfall zu verhindern, wie er erklärt.

Auf das Rendezvous im All bereitet der Zwönitzer die Gymnasiasten bereits seit Monaten vor. Dafür ist eine Arbeitsgruppe aus sieben Jungen und zwei Mädchen gebildet worden, in der für den Funkkontakt trainiert wird. Ende Juni ging es zum Raumfahrtzentrum von Airbus nach Bremen, Anfang des Monats zu einem Field Day ins Kiez Schneeberg, wo die Jugendlichen erste Kontakte zu Funksatelliten herstellten. Auch der Aufbau einer Schulfunkstation steht auf dem Programm mit Antennen und Steuerungsautomatik.

Für Technik und Ausflüge wurden insgesamt 12.000 Euro benötigt. Die eine Hälfte steuerten Schule und Landratsamt bei, die andere organisierte sich Meier über eine Crowdfunding-Aktion, also Spenden sammeln im Netz. "Ich habe auch privat etwas dazu gegeben", sagt er.

Die Chance, Funkkontakt zur ISS aufzunehmen, gibt es für Privatleute eher selten. Normalerweise hat die Raumstation nur dienstlichen Kontakt zu den Raumfahrtbehörden der Erde. Doch für Funkamateure gibt es ein Sonderprogramm. Nach Angaben der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa haben daran seit Start im Jahr 2000 rund 250.000 Schüler und Studenten aus aller Welt teilgenommen.

Nun dürfen auch die Zwönitzer Schüler zur ISS funken. Ihre Fragen stehen bereits fest; sie mussten vorab auf Deutsch und Englisch eingereicht werden. So lautet eine: "Welche Zeitzone wird auf der ISS gelebt?" Eine andere: "Gibt es geregelte Schlafenszeiten?" Auch zu Problemen mit Weltraumschrott und zum Geschmack des Essens haben sie Fragen vorbereitet. Auf die Antworten? Darf man gespannt sein. Meier sagt: "Das wird aufregend."

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