Schwarzenberger treten wohl im Juni zur OB-Wahl an die Urne

Mit der Ankündigung ihres Rücktritts hat Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer einen großen Wirbel ausgelöst. Für die meisten Stadträte kam dies völlig überraschend. Nun stellt sich die Frage: Wer folgt ihr?

Schwarzenberg.

Ende Juli dieses Jahres ist Schluss. Dann geht Schwarzenbergs Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU) in den Ruhestand. Das hat sie jetzt für sich entschieden und damit alle überrascht. Doch keineswegs nur die Bürger ihrer Stadt, sondern auch viele Stadträte haben diese Woche nicht mit dem Schritt gerechnet.

"Wobei sie sich eigentlich schon seit längerem mit dem Gedanken trägt", wie Christof Dehnel, Chef der CDU/FDP-Stadtratsfraktion, gegenüber "Freie Presse" sagt. Sie habe in der Fraktion schon mehrfach geäußert, dass sie nicht die volle Legislatur bis 2022 bestreiten wolle. Er betont aber auch, dass es keinen aktuellen Anlass gab und dass es keine Reaktion ihrerseits auf Gegenwind sei, wie mancher vielleicht vermutet. Es sei eine rein persönliche Entscheidung, die Gründe sicher privater Natur. Schließlich sei ihr Mann sehr krank. Man werde zeitnah in einer Nominierungsveranstaltung über einen möglichen Kandidaten für die anstehende OB-Neuwahl entscheiden. Ruben Gehart, als Vorsitzender des CDU-Stadtverbands, hält sich als möglicher Kandidat noch bedeckt: "Wenn mich meine Partei nominiert, steht ich dafür bereit", sagt er.

Die Festsetzung des Wahltermins für die Neuwahl werde am 3. Februar vom Stadtrat beschlossen, heißt es dazu offiziell aus dem Rathaus. Es ist also wahrscheinlich, dass die Schwarzenberger Anfang Juni aufgerufen sind, ein neues Stadtoberhaupt zu wählen. Für den Fall eines zweiten Wahlgangs (Stichwahl) ist Ende Juni im Gespräch. Die Wahl am 7. Juni 2015 hatte Hiemer mit 72,6 Prozent für sich entschieden. Damals traten Martin Kandt von der FDP (13,4) und Christian Becher für die AfD (14,0) gegen sie an.

"Ich war ziemlich geschockt", so kommentiert Lydia Schönberg von Pro Schwarzenberg den Entschluss. "Vor allem: Was kommt danach?", wirft sie zugleich die Frage auf, die momentan viele bewegt. Obwohl sie keineswegs immer mit Hiemer einer Meinung war, zolle sie ihr dennoch Respekt dahingehend, was in den zurückliegenden Jahren in der Stadt alles gebaut und saniert worden sei, ohne die Schuldenlast hochzutreiben. "Das sieht anderswo ganz anders aus", so Schönberg.

Jens Döbel von den Freien Bürgern gibt zu, ebenfalls vom Schritt der OB völlig überrascht worden zu sein. "Nun ist Zeit für etwas Neues", sagt er und denkt bezüglich des Findens eines Kandidaten für die bevorstehende Wahl über eine Zusammenarbeit mit der AfD nach.

Hubert Protzel, Fraktionschef der Linken, drückt sein Bedauern darüber aus, dass OB Hiemer nun einen Schlussstrich zieht. "Ich schätze an ihr, dass sie stets parteiübergreifend gewirkt hat. In einer Kommune läuft es eben anders als in einem Plenarsaal. Hier geht's um Sachfragen", betont er und zollt Hiemer bezüglich des Geleisteten seinen Respekt. Er mahnt aber zugleich zur Wachsamkeit und sagt: "Die Schwarzenberger müssen jetzt klug entscheiden und jemand finden oder wählen, der diesen eingeschlagen soliden Weg fortsetzt, denn der war richtig." Wichtig sei, dass der oder die Neue kompetent, zielstrebig und mutig sei. Ob die Linken einen Kandidaten aufstellen, sei noch offen. Gleiches gelte für die Grünen, wie Stadtrat Roland Küblböck sagt.


Weitere Stimmen zum angekündigten Rücktritt der OB

Uwe Matthé, Geschäftsführer der Schwarzenberger Wohnungsgesellschaft: "Ich bedauere diese Entscheidung persönlich sehr, habe aber gleichzeitig vollstes Verständnis dafür. Sie hat so viel Positives für die Stadt bewirkt."

Karikaturist Ralf Alex Fichtner, selbst Stadtrat bis 2019 (Pro SZB):

"Ich dachte, sie macht die sieben Jahre voll. Ich konnte gut mit ihr, auch wenn wir oft unterschiedlicher Meinung waren. Ich wüsste aber spontan nicht, wer nachkommen sollte."

Christoph Weigel und Agnes Glätzner, Geschäftsleute: "Frau Hiemers Ankündigung der vorzeitigen Beendigung ihrer Amtszeit kam auch für uns überraschend, wenngleich die sie bewegenden Gründe durchaus nachvollziehbar und zu respektieren sind. Wie sich das Gesicht der Stadt während ihrer Amtszeit gewandelt hat, ist wohl niemandem verborgen geblieben. Die Schwarzenberger und die zahlreichen Gäste dürfen sich an vielfältigen Verbesserungen erfreuen. Sie hat die aktuellen Herausforderungen gut gemeistert und hatte dabei stets das Wohl der Stadt im Auge."

Dr. Frank Kippig, Geschäftsführer der Wasserwerke Westerzgebirge: "Ich bin traurig, dass sie geht. Aber jeder lebt nur einmal. Die Arbeit mit ihr war konstruktiv, zielorientiert und ehrlich. Sie hat stets für ein enges Zusammenwirken gekämpft, um Straßen nicht mehrfach aufreißen zu müssen und um effektiv zu sein." (matu)

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